Bremer Opposition zum Corona-Gipfel: CDU zufrieden, FDP enttäuscht

  • Lencke Wischhusen (FDP): "Kein Mut, das Land wieder hochzufahren"
  • Bremer CDU sieht Schwierigkeiten bei Inzidenzwert
  • Meyer-Heder (CDU): Öffnungsschritte mit Niedersachsen koordinieren
CDU Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder.
Zeigte sich insgesamt zufrieden mit den Bund-Länder-Entscheidungen und ihren Auswirkungen für Bremen: CDU-Landesvorsitzender Carsten Meyer-Heder. Bild: Radio Bremen

Die Bremer Oppositionsparteien haben unterschiedlich auf die aktuellen Beschlüssen aus der Bund-Länder-Konferenz reagiert. Sowohl der CDU-Landesvorsitzende Carsten Meyer-Heder als auch FDP-Fraktionschefin Lencke Wischhusen bezogen Stellung zu den Maßnahmen, die Bürgermeister Bovenschulte am Mittwochabend nach langen Verhandlungen verkündete.

"Die Regierenden haben leider überhaupt keinen Mut bewiesen, das Land wieder hochzufahren", so Wischhusen zu den Ergebnissen des Gipfels. "Obwohl wir wissen, dass Menschen mittlerweile zunehmend mit psychosozialen Folgen zu kämpfen haben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Jobs verlieren und Existenznöte bei den Unternehmern anstehen, passiert nur wenig", bemängelte die Fraktionsvorsitzende.

Die Regierenden haben leider überhaupt keinen Mut bewiesen, das Land wieder hochzufahren

Lencke Steiner (FDP)
Lencke Wischhusen, Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bremer Bürgerschaft

Es gebe kein Konzept für Luftfilter, der Einzelhandel habe kaum Spielräume und es sei nicht nachzuvollziehen, welches Geschäft perspektivisch öffnen dürfe und welches nicht. Auch die Teststrategie kritisierte Wischhusen: Dass es sie gebe, sei gut, doch es sei abzusehen, dass die Tests nicht in der erforderlichen Anzahl vorhanden seien würden. "Insgesamt: Ein sehr enttäuschender Gipfel", resümierte Wischhusen.

Meyer-Heder: "Bremen muss sich ganz nah an Niedersachsen halten"

Weniger harsche Worte kamen vom Bremer CDU-Chef Carsten Meyer-Heder. Auch er kritisierte mitunter die Teststrategie, aber: "Insgesamt finde ich sind das gute Nachrichten, es gibt eine Perspektive", so Meyer-Heder, "nicht nur für die Betroffenen, sondern auch insgesamt für die Gesellschaft das Gefühl zu haben, es gibt eine Chance auf ein normales Leben." Zugleich nannte er Aspekte, bei denen er sich "deutlich mehr gewünscht" hätte. Dazu zählt Meyer-Heder vor allem das Festhalten an Inzidenzwerten. "Wir müssen uns auch orientieren an den schweren Verläufen, also der Auslastung der Intensivbetten, und natürlich an den Todeszahlen. Und ich glaube, dass die massiv runtergehen werden durch die Impfung der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger."

Wir finden, dass die Inzidenz alleine nicht als Kriterium reicht.

CDU-Landeschef Carsten Meyer-Heder
Carsten Meyer-Heder, CDU-Landesvorsitzender Bremen

Zudem mahnte er, dass Bremen seine Öffnungsszenarien eng mit Niedersachsen koordinieren müsse. "Sonst gibt es wieder so eine Pendelei hin und her. Und wie wir das im Frühjahr hatten, dass in Niedersachsen schon die Restaurants aufhaben und in Bremen nicht, sowas darf natürlich nicht nochmal passieren", so Meyer-Heder.

Bremer Senat will stufenweise lockern

Video vom 3. März 2021
Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit Pressesprecher Christian Dohle und einer Gebärden-Dolmetscherin
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 4. März 2021, 9 Uhr