Erste Corona-Fälle in Bremer Gefängnis

  • Betroffen ist der offene Vollzug der JVA
  • Zwei Gefangene und zwei Mitarbeiter wurden positiv getestet
  • Im geschlossenen Vollzug gibt es bislang noch keine Fälle
Ein Zaun eines Gefängnisses, der mit Stacheldraht bestückt ist.

In der Justizvollzugsanstalt Bremen sind die ersten Corona-Fälle aufgetaucht. Der Sprecher des Jusitzressorts, Matthias Koch, bestätigte buten un binnen, dass zwei Gefangene im offenen Vollzug sowie zwei Anstalts-Bedienstete in der Abteilung offener Vollzug positiv getestet wurden. Der geschlossene Vollzug der JVA sei bisher weiter ohne Corona-Fälle.

Um einen sicheren Überblick über die Lage zu erhalten, werden morgen Abstriche bei allen Häftlingen und Bediensteten in der Abteilung für offenen Vollzug vorgenommen. Das sei mit dem Gesundheitsamt so abgesprochen, so Koch. Das betreffe 47 Insassen und 40 Beschäftigte. Im Trakt für den offenen Vollzug werde außerdem Platz für einen abgetrennten Bereich geschaffen, in dem Betroffene isoliert werden könnten. Da es diese Möglichkeit noch nicht gibt, haben sich die beiden Häftlinge nun in häusliche Quarantäne begeben. Auch über 30 Bedienstete, die Kontakt zu den beiden Häftlingen oder den beiden infizierten Kollegen gehabt haben könnten, bleiben vorerst zu Hause. Der sichere Betrieb der JVA sei dadurch in keiner Weise gefährdet, hebt Koch hervor.

Zur weiteren Vorbeugung werde es bei den Freigängern außerdem eine verstärke Kontrolle auf Symptome geben. Jeder Heimkehrer werde an der Pforte gezielt angesprochen und befragt und bei erstem Verdacht sofort von allen anderen getrennt.

Strenge Trennung zwischen offenem und geschlossen Vollzug

Seitens der Bediensteten werden zudem streng darauf geachtet, dass es keinerlei Kontakte und Austausch zwischen den Abteilungen offener und geschlossener Vollzug gibt, betont Koch. So solle verhindert werden, dass Corona in den Zellentrakt eindringt.

Bei den Gefangenen handelt es sich im Personen, die tagsüber außerhalb der Anstalt ihrer Arbeit nachgehen und nach der Arbeit über Nacht im Gefängnis sind. Mutmaßlich haben sie sich bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin infiziert, vermutet Koch. Dass das grundsätzlich ein Übertragungs-Risiko darstellt, sei klar. Dennoch will Bremen am Konzept des offenen Vollzugs festhalten, stellt er klar. Es sei für die Resozialisierung der Straffälligen von enormer Bedeutung, halte sie in ihrem beruflichen Umfeld. Das sei für ein geordnetes und straffreies Leben nach der Haft sehr wichtig.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Justiz und JVAs?

Video vom 30. März 2020
Zu sehen sind die Sitzbänke von einem Gerichtssaal die abgeklebt wurden.

 

Autor

  • Karl-Henry Lahmann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. April 2020, 19:30 Uhr