Was hinter den Coronazahlen in Bremen steckt — ein Kurzüberblick

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Coronavirus-Patienten hat sich im Land Bremen innerhalb eines Monats verzehnfacht. Die Stationen werden also voller.

Ein Arzt mit Schutzbekleidung, davor die Kurve der Entwicklung der Fallzahlen in Bremen, Stand vom 23.04.2020.
Dramatische Situationen wie in Italien oder Spanien sind in deutschen Krankenhäusern bislang ausgeblieben. Für Entwarnung sei es aber zu früh, heißt es von der Gesundheit Nord. Bild: Reuters | Thilo Schmuelgen

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Am 21. März gab es im Bundesland Bremen fünf Menschen, die wegen einer Coronainfektion stationär im Krankenhaus aufgenommen wurden. Jetzt, gut einen Monat später, sind es 52 Patienten (23. April). Die Zahl der Corona-Patienten hat sich also verzehnfacht. Das bedeutet: Trotz des Shutdowns und der getroffenen Maßnahmen werden Stationen voller.

"Je größer die Lockerungen, umso größer ist die Gefahr, dass die Infektionsraten steigen und mehr Patienten kommen", sagt Christiane Piepel, Infektiologin am Klinikum Bremen-Mitte. "Bisher haben wir sehr viel Glück gehabt, weil Deutschland zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der epidemiologischen Kurve reagiert hat."

170

Von den aktuell mit Corona infizierten Menschen (318 am 23. April), sind mehr als die Hälfte Fälle aus einer Bremer Flüchtlingsunterkunft (120) und Bewohner sowie Betreuer aus Pflegeeinrichtungen (50). Mit 170 Infizierten sind diese beiden Bereiche aktuell die Hauptquellen für Infektionen im Land Bremen.

80

Die Kanzlerin hat die lückenlose Nachverfolgung der Infektionsketten als oberste Priorität ausgegeben. Pro 20.000 Einwohner sollen fünfköpfige Teams der Gesundheitsämter die Kontaktpersonen ermitteln. Wo steht Bremen da?

Derzeit arbeiten laut Gesundheitsbehörde 80 Mitarbeitende daran, Infektionsketten zu ermitteln. "Wir sind dabei, nach und nach aufzustocken", sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde. Um den Schlüssel der Fünfer-Teams zu erreichen, muss Bremen die Zahl der sogenannten "Containment-Scouts" ungefähr verdoppeln. Übrigens: Bei mehr als 100 Fällen war es nicht mehr möglich, herauszufinden, wo sich die Menschen angesteckt haben. Eine Kontaktverfolgung findet natürlich auch bei diesen statt.

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So viele Menschen sind bislang nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben. 17 Verstorbene sind aus Pflegeeinrichtungen (Stand 23. April). Der Altersmedian liegt bei 83 Jahren. Das bedeutet, die Hälfte der Verstorbenen ist älter als 83, die andere Hälfte jünger. Der Altersmedian in Deutschland liegt bei 82 Jahren.

Für Bremen gilt, was auch für ganz Deutschland gilt: Nach wie vor sterben insbesondere ältere Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Dabei sind unter den Toten mehr Männer als Frauen.

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  • Bremen

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    Bremerhaven

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  • Niedersachsen

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    • 75.695
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  • Deutschland

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    • 291.604
    • 820.600 d)
    • 18.034
    • 1.130.238

Quelle: Gesundheitsbehörden der Bundesländer.

  • Bremen: Bremen (Stand: 04.12. 16:00 Uhr)
  • Niedersachsen: Niedersachsen (Stand: 04.12. 09:00 Uhr)
  • Deutschland: Deutschland (Stand: 04.12. 00:00 Uhr).

Hinweise: a) Tägliche Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag b) Entwicklung der Fallzahlen der vergangenen sieben Tage im Vergleich zur Woche davor. c) Bestätigte Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz). = Inzidenzwert letzte 14 Tage. Ab einem Schwellenwert von 35 treten stufenweise Einschränkungen in Kraft. Ab 50 Fällen drohen weitere Verschärfungen. d) Hochrechnung des RKI.

Sieben Corona-Todesfälle in Bremer Pflegeheim

Video vom 23. April 2020
Ein Rettungswagen mit Sanitäter vor einem Pflegeheim.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Thorsten Reinhold Redakteur und Moderator und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. April 2020, 19:30 Uhr