Infografik

Google-Analyse: So beeinflussen die Corona-Beschränkungen Bremen

Leere Straßen, geschlossene Geschäfte: Die Maßnahmen gegen das Coronavirus haben das öffentliche Leben verändert. Wie sehr, verraten die Daten unserer Handys.

Der Marktplatz in Bremen ist menschenleer.
Menschenleer: Die Kontaktbeschränkungen und Empfehlungen zeigen in Bremen Wirkung.

Die Empfehlungen der Experten und Politiker sind eindeutig: Zu Hause bleiben und wenig Kontakt sind aktuell das beste Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Dass viele Bremer sich an diese Empfehlungen halten, zeigt auch eine Auswertung von Google-Daten, die der Internetkonzern kürzlich veröffentlichte.

Freizeiteinrichtungen am stärksten betroffen

Demnach sind vor allem Orte aus dem Freizeitbereich wie Restaurants, Einkaufszentren und Kinos betroffen: Hier sind mehr als zwei Drittel weniger Menschen unterwegs als vor der Krise. Die Auswertung von anonymisierten Bewegungsdaten des Internetkonzerns zeigt bis Ende März einen Rückgang um 79 Prozent. Als Vergleichswert nutzt Google bei seinen Berechnungen die Zahlen der ersten fünf Wochen dieses Jahres, als das Corona-Virus Deutschland noch nicht erreicht hatte.

Eine Grafik die darstellt, welche Bereiche während der Corona-Krise prozentual zurückgegangen sind. Ein z elhandel und F r ei z eit P arks Arbeitsstelle Z uhause Supermärkte und A pothe k en Bahnhö f e und Haltestellen +10% −40% −79% −54% −74% −22%
Quelle: Google Community Mobility Report

Dass viele Menschen nun im Homeoffice arbeiten, lässt sich ebenfalls in der Analyse deutlich erkennen: 40 Prozent weniger Bremerinnen und Bremer halten sich im Vergleich zum Jahresbeginn an ihrem Arbeitsplatz auf. In Supermärkten und Apotheken hat sich die Zahl der Menschen im Vergleich zur "Vor-Corona-Zeit" halbiert. Parks werden laut Analyse im Land Bremen Ende März noch vergleichsweise wenig gemieden: Die Besucherzahl ging hier nur um 22 Prozent zurück. Das ist der niedrigste Wert bundesweit, aber auch ein sehr "weicher", da hier insbesondere der Faktor Wetter stark hineinspielt. Entsprechend schwankte diese Prozentzahl im Laufe des Monats März erheblich.

Leere Straßen – leerer Himmel

Auch der Verkehr hat sich durch die Corona-Krise stark verändert. So halten sich laut den Google-Daten an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel 74 Prozent weniger Menschen auf als noch vor der Krise.

Doch nicht nur die Straßen sind leerer als gewöhnlich: Auch der Flugverkehr über Bremen hat stark abgenommen. Ohne Corona wäre jetzt die Osterreisezeit mit vielen Ferienflügen. Laut der Deutschen Flugsicherung verzeichnete der Airport Bremen am vergangenen Samstag 83 Prozent weniger Starts und Landungen als am Samstag vor dem Osterwochenende 2019. Bundesweit lag der Einbruch beim Flugverkehr an dem Tag sogar bei minus 89 Prozent.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. April 2020, 23:30 Uhr