Warum sterben Läden im Columbus-Center?

Das Columbus-Center ist ein wichtiger Teil von Bremerhavens Innenstadt. Doch viele Läden schließen. Ein Zeichen für den Untergang? Nein, sagen die, die bleiben.

Ein Gang im Columbus-Center Bremerhaven
Zwischen Ausverkauf und dem Warten auf bessere Zeiten: Die Passage im Columbus-Center.

Insbesondere im südlichen Teil des Columbus-Centers sieht es düster aus. Vier Läden stehen schon seit längerem leer, zwei weitere machen gerade Ausverkauf, die Auslagen sind vollgeklebt mit Rabatt-Hinweisen. Da fällt ein ganz anderes Schild besonders auf: "Wir schließen nicht", hat Christiane Lampert ins Fenster ihres Naturkosmetik-Ladens gehängt.

Bei ihr kamen schon Kunden und fragten, wann sie denn mit dem Ausverkauf beginne. "Da hab’ ich gedacht, ich muss irgendwas machen. Die Leute gehen hier vorbei und lesen ’Wir schließen’, ’wir schließen’ – aber wir schließen nicht", sagt Lampert.

Das Center ist in die Jahre gekommen

Doch die Schließungs-Welle ist nicht zu übersehen. Ein Geschäft macht dicht, weil die Inhaberin inzwischen über 70 ist. Ein anderes, weil es nicht so gelaufen ist, wie gewünscht – offenbar auch, weil da jemand nicht das passende Händchen für die Kunden hatte, wie hinter vorgehaltener Hand zu erfahren ist.

Das 1978 eröffnete Columbus-Center ist zwar in die Jahre gekommen und hat bauliche Mängel – das sieht man spätestens bei Starkregen, wenn die gesamte Einkaufspassage voll mit Wassereimern steht. Das sei aber nicht der Grund für die Ladenschließungen, glaubt Naturkosmetik-Händlerin Christiane Lampert.

Offenbar sind die Gründe für die Schließungen so verschieden wie die Läden selbst. Eine mögliche Mieterhöhung, erzählen die Betreiber, stecke nicht dahinter. Eine Geschäftsfrau hat einfach keine Lust mehr, im Laden zu stehen und will sich beruflich verändern.

Auch für Bekir Özbeks kleinen Mode-Laden ist Schluss. Aus Altersgründen, sagt der 65-Jährige und schmunzelt: "Der Sarg hat keine Taschen, du kannst nichts mitnehmen." Özbek hatte mehrere Läden, verkleinert sich also, um weniger Arbeit und weniger Sorgen zu haben, sagt er. "Im Laden kann ja jemand weitermachen. Alles ist ja da: Kunden, der Laden, beste Lage."

"Bitter, wenn das alte Bremerhaven so verliert"

Schild "Wir schließen nicht!" im Columbus-Center Bremerhaven
Auch das ist im Columbus-Center eine Nachricht: wenn ein Laden nicht schließt.

Christiane Lampert fühlt sich mit ihrem Geschäft im Südbereich des Centers mittlerweile wie das kleine gallische Dorf. Sie hat sich inzwischen eine gute Stammkundschaft aufgebaut, freut sich aber auch über jeden Gast, der vorbeikommt: "Es geht mir auch dabei um Bremerhaven. Ich finde, es hat sich hier so viel getan. Ich finde das ganz bitter, wenn hier das alte Bremerhaven jetzt plötzlich so verliert. Mein Wunsch wäre, dass man mal guckt, wie man das in anderen Städten macht. Denn es kommen ja viele Touristen hierher, um auch dann mal shoppen zu gehen." Und das sei gerade für die stationären Händler eine Riesen-Chance: "Man geht ja im Urlaub nicht zum Shoppen ins Internet.“

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 13. Februar 2018, 10:50 Uhr