Endlich wieder Konzerte: Bremens Veranstalter wagen den Neustart

Im Pier 2 wollen die Köpfe hinter dem Projekt "Club100" bis zum Mai insgesamt 40 Veranstaltungen stattfinden lassen. Ob mit oder ohne Publikum soll dabei keine Rolle spielen.

Video vom 14. Januar 2021
Das Pier 2- Gebäude in Bremen.
Bild: Radio Bremen

Live-Konzerte, Auftritte, Shows – bald ein Jahr lang konnten diese aufgrund der Corona-Pandemie auch in Bremen nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden. Spätestens seit dem zweiten Lockdown ist die Veranstaltungsbranche erneut eine derjenigen, die Corona am härtesten trifft. Umso bedeutsamer ist die Nachricht, dass in Bremen bald wieder große Veranstaltungen über die Bühne gehen sollen. Verantwortlich dafür ist der "Club100", der nun im Pier 2 in Gröpelingen seine Tore geöffnet hat.

Den Neustart der Live-Konzerte haben verschiedene Köpfe aus der Bremer Veranstaltungsbranche geplant. 20 verschiedene Vereine, Kollektive und Agenturen können das Pier 2 nun für ihre Shows nutzen. Alle haben vorher einen Vorschlag eingereicht, welche Band auftreten soll – Julia von Wild vom Verein "Clubverstärker" war Teil der Jury, die dann ausgewählt hat.

Es ist ein Superprogramm geworden. Es ist echt von wirklich noch ganz unbekannten Newcomerbands bis hin zu so Größen wie Thees Uhlmann, Olli Schulz, Madsen, Selig, dazwischen lauter feine Perlen, wirklich auch von Jazz bis zu Heavy Metal. Da ist für jeden was dabei.

Julia von Wild, Verein "Clubverstärker"
In der Halle des Pier 2 soll mit dem Projekt "Club100" die Veranstaltungsbanche wiederbelebt werden
Wirtschaftssenatorin Vogt (2. von links) stellte gemeinsam mit den Köpfen hinter dem Projekt den "Club100" vor. Bild: Radio Bremen | Jens Otto

Bis Ende Mai sind insgesamt 40 Termine angesetzt. Je nach Corona-Lage soll unter strengen Hygiene-Auflagen auch Publikum in der Halle erlaubt sein, zwischen 100 und rund 500 Personen. Doch auch wenn keine Zuschauer erlaubt sind, wie es im Moment der Fall ist, wird nicht abgesagt – parallel gibt es nämlich immer eine Übertragung im Internet. Dafür ist Christian Tipke mit seiner Produktionsfirma Sendefähig zuständig. "Das funktioniert so, dass das wirklich wie eine Live-Übertragung nur zu dem Zeitpunkt abzurufen ist. Dafür muss man sich ein Ticket kaufen, weil wir wollen, dass auch die künstlerische und auch die ganze andere Arbeit, die dahintersteckt, gewertschätzt wird", so Tipke.

Unterstützt wird der "Club100" mit rund einer Million Euro vom Land Bremen. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) hat sich bereits die Aufbauarbeiten angeschaut. Sie hält es für wichtig, dass es wieder mehr Kultur in der Stadt gibt – und etwas zu tun für eine geschröpfte Branche.

Wenn du mitkriegst, wie die Tontechniker zum ersten Mal überhaupt seit einem Jahr wieder in Arbeit sind – das bedeutet auch was für die Menschen."

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt
Kristina Vogt (Die Linke), Wirtschaftssenatorin

Bereits am Donnerstagabend geht es los, bei der Premiere allerdings noch nicht mit einem Konzert, sondern mit einer Lesung von Wladimir Kaminer. Die Übertragung im Netz startet um 20 Uhr auf der eigenen Internetseite des Angebots, wo auch Tickets für alle anderen Termine erstanden werden können. Olli Brock, Betreiber des "Pier 2", fiebert dem Start entgegen – aber richtig glücklich wird er erst sein, wenn auch wieder Publikum in die Halle darf: "Am meisten freue ich mich drauf, den ersten Applaus hier wieder zu hören. Das ist schon was, was mir fehlt."

Autor

  • Jens Otto

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 14. Januar 2021, 16:20 Uhr