Warnstreik bei der BSAG: Bremer CDU fordert Notbetrieb

  • Gewerkschaft Verdi ruft BSAG-Mitarbeiter am Dienstag zum Warnstreik auf
  • CDU fordert vom Bremer Senat die Sicherstellung eines Notbetriebs
  • Laut Verkehrsressort sei dieser "weder zu gewährleisten noch zu verantworten"
Zwei Straßenbahnen stehen auf dem Gelände der BSAG nebeneinander.
Nichts soll mehr fahren: Die Gewerkschaft Verdi will den öffentlichen Nahverkehr in Bremen am Dienstag lahmlegen. (Archivbild) Bild: Radio Bremen

Bundesweit streiken am morgigen Dienstag die Mitarbeiter der Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel. So haben auch die Beschäftigten der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) Arbeitsniederlegungen angekündigt.

Die BSAG geht davon aus, dass bei Bremer Bussen und Bahnen am Dienstag nahezu Stillstand herrschen wird. "Wir können nur empfehlen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, soweit vorhanden", sagte BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer am Freitag zu buten un binnen. Mehr als die Fahrgäste im Vorfeld zu warnen und so zu versuchen zu verhindern, dass die Fahrgäste am Dienstag an verwaisten Haltestellen stehen, könne man aber nicht tun.

CDU sieht den Bremer Senat in der Verantwortung

Die CDU empfindet diese Haltung als unzumutbar und fordert den Bremer Senat auf, "seine Rolle als Alleingesellschafter der städtischen Verkehrsbetriebe wahrzunehmen und zumindest einen Notbetrieb sicherzustellen".

Es muss einem städtischen Betrieb möglich sein, kurzfristig und mit einer Hand voll Leuten zu planen, dass wenigstens die frequentiertesten Strecken befahren werden.

Heiko Strohmann, CDU Bremen
Heiko Strohmann, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

Bremerinnen und Bremer müssten zur Arbeit erscheinen können, fordert der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Heiko Strohmann. Gerade jetzt, wo die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz oftmals groß sei, sei das besonders wichtig.

Verkehrsressort: "Ein Notbetrieb ist nicht zu gewährleisten"

Das Verkehrsressort hält jedoch gegen: "Wenn man die Verantwortung an der Stelle nicht trägt, ist es leicht zu kritisieren", so Sprecher Jens Tittmann. Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) habe in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit dem Vorstand der BSAG geführt; gemeinsam sei man zu dem Ergebnis gekommen, "dass ein Notbetrieb weder zu gewährleisten noch zu verantworten ist."

Die Problematik: Im Laufe des Tages müssten viele Busse oder Bahnen herrenlos zurückgelassen werden, wenn Fahrer aufgrund des Streiks von Kollegen vergeblich auf ihre Ablösung warten, heißt es von der BSAG.

Wir können nicht verantworten, dass sich der öffentliche Verkehr staut und dann womöglich auch den Individualverkehr lahmlegt.

Jens Tittmann
Jens Tittmann, Sprecher Verkehrsressort

CDU: Gewerkschaft fehlt das Gespür

Strohmanns Kritik richtete sich jedoch nicht nur gegen Senat und Verkehrsressort, sondern auch gegen die Gewerkschaft Verdi, die zu dem Streik aufgerufen hat. "Eigentlich müsste man zusammenhalten und für jeden Fahrgast dankbar sein, mit dem wir im Übrigen auch die Mobilitätswende erreichen wollen. Da scheint der Gewerkschaft das Gespür und das Interesse zu fehlen."

Straßenbahnen könnten Dienstag in Bremen stillstehen

Video vom 25. September 2020
Zwei Straßenbahnen stehen auf dem Gelände der BSAG nebeneinander.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. September 2020, 19:30 Uhr