Verletzungen ignoriert? Halter von Delmenhorster Hund Betty angeklagt

Die Staatsanwaltschaft wirft den ehemaligen Besitzern von Bulldoggen-Hündin Betty vor, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft.

Ein Portrait der dunkelgrauen American Pocket Bully Hündin "Betty".
Die behandelnde Tierärztin hatte Betty bei sich aufgenommen. Bild: Radio Bremen | Josephine Gotzes

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Jetzt beginnt der Prozess gegen die ehemaligen Halter von Bulldogge Betty. Weil sie ihre schwer verletzte Hündin nicht unverzüglich zu einem Tierarzt gebracht haben sollen, müssen sich zwei Hundehalter am heutigen Donnerstag vor dem Amtsgericht Delmenhorst verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg wirft einem Mann und einer Frau vor, ihre Amerikanische Bulldogge Betty im September 2019 schwer verletzt in ihrer Wohnung aufgefunden, sie aber erst etwa drei Stunden später zu einer Tierarztpraxis in Delmenhorst gebracht zu haben. Das geht laut einem Sprecher des Amtsgerichts Delmenhorst aus der Anklageschrift hervor.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben die beiden Angeklagten der Hündin damit unnötige Qualen zugefügt und gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes verstoßen. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Wie es zu den Verletzungen der Hündin gekommen ist, konnte die Staatsanwaltschaft nicht klären. Deswegen sei dies auch nicht Teil der Anklage, so der Sprecher des Amtsgerichts.

Eine Geschichte mit vielen Wendungen

Im Laufe der Ermittlungen hatte es einige überraschende Entwicklungen gegeben: Zunächst hatten die nun Angeklagten behauptet, die Hündin verletzt am Straßenrand gefunden zu haben. Wohl, um die Behandlungskosten nicht zahlen zu müssen, vermutet die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. Erst später hatte sich herausgestellt, dass sie selbst die Besitzer sind.

Der Fall wurde zudem bundesweit bekannt, weil zunächst der Verdacht einer Hundekampfszene in Delmenhorst im Raum stand: Mitarbeitende der Tierarztpraxis hatten die Vermutung geäußert, dass Betty als sogenannter "Bait Dog" zum Trainieren von Kampfhunden verwendet worden war. Dieser Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft bereits im Juli des vergangenen Jahres mit.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. März 2021, 19:30 Uhr