4 Gründe, warum der Brill-Tunnel geschlossen bleiben sollte

Die Brill-Kreuzung ist einer der gefährlichsten Orte im Bremer Verkehrsnetz. Nach zwei Unfällen gibt es Forderungen, den Brill-Tunnel wieder zu öffnen. Das spricht dagegen.

Der ehemalige Brilltunnel

1 Schwierige Öffnung

Die ehemaligen Zugänge der Unterführung sind heute aufwendig versiegelt. Um das Gewicht von Lastwagen tragen zu können, liegen über den ehemaligen Eingängen sogenannte Schwerlastplatten. Diese Konstruktionen müssten aufwendig entfernt werden.

2 Sanierungskosten in Millionenhöhe

Mit dem bloßen Öffnen wäre es allerdings nicht getan. Die Eingänge müssten wieder neu erbaut, das Tunnelinnere saniert werden. Geschätzte Kosten laut Verkehrsbehörde: Ein einstelliger Millionenbetrag. Außerdem haben sich die Auflagen in Sachen Barrierefreiheit zwischenzeitlich erhöht. Das bedeutet konkret, dass Fahrstühle an allen Zugängen des Tunnels installiert werden müssten. Eine weitere Millioneninvestition – die noch dazu ziemlich viel Platz erfordern würde.

3 Tunnel hätte tödliche Unfälle nicht verhindert

Eine Unterführung hätte die beiden tödlichen Unfälle in diesem Jahr nicht verhindern können. Im April übersah ein Lieferwagen eine Radfahrerin an der Ecke Hutfilterstraße. Ende Juni stieß ein Motorradfahrer mit einer Fußgängerin auf Höhe der Schlachte zusammen. Beide Unfälle sind am Rande der Kreuzung passiert – dort gab es nie einen Tunnel.  

4 Unterführung wurde schlecht angenommen

Die Unterführung war 1968 eröffnet worden und war anfangs ein Publikumsmagnet. Sieben Kioske, Kaufhauseingänge und eine lange Schaufensterfront prägten das Bild. Doch schon 20 Jahre später verwaiste der Tunnel zusehends. Er wurde zum Revier für Taschendiebe, es gab Überfälle. Die Unterführung wurde zum gemiedenen Angst-Ort, der von Müll und Uringeruch geprägt war. Die Folge: Immer weniger Menschen nutzten den Tunnel.  

Der grüne Verkehrssenator Reinhard Loske machte ihn schließlich 2009 dicht. Und hatte die Unterstützung der Handelskammer und sämtlicher Parteien in der Bürgerschaft – übrigens auch der FDP. Der FDP-Abgeordnete Bernd Richter etwa sagte damals in der Bürgerschaft: "Die Entwidmung des Brilltunnels ist […] ein richtiger Schritt, der Chancen und Perspektiven für die Innenstadt, für das Stephaniviertel und darüber hinaus eröffnet."

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  • Sebastian Manz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Juli 2018, 19:30 Uhr