Was bisher geschah: Darum drehte sich der Breminale-Zoff

Heute wird das Programm der Breminale 2018 vorgestellt. Vorab brodelte es heftig, die Förderung des Festivals stand auf der Kippe. Eine Chronologie der Entwicklungen.

Unwetter über der Breminale
2014 zog ein heftiges Gewitter über die Breminale – 2018 begleiten diverse Streitigkeiten die Vorbereitungen des Kulturfestes an der Weser.

Vom 25. bis zum 29. Juli wird am Osterdeich wieder die größte Freiluftparty der Region gefeiert. Heute wird das Programm der anstehenden Breminale vorgestellt – eigentlich ein gewöhnlicher Pressetermin. Doch blickt man auf die Streitigkeiten rund um das Kulturfest zurück, war lange nicht klar, ob es eine Breminale 2018 überhaupt geben wird.

  • Bis November 2017: Das Breminale-Team ist zerstritten. Bislang wurde das Festival von der Veranstaltungsagentur Sternkultur UG und der Breminale GmbH organisiert. Die Gesellschafter Susanne von Essen und Max Maurer kümmerten sich mit Sternkultur um Programm und Konzept, für die Gastronomie und die Sicherheit war Harald Siegel von der Breminale GmbH verantwortlich, bei ihr liegen auch die Namensrechte der Veranstaltung. Neu ist: Künftig wollen Max Maurer mit seiner neuen Agentur Sternevents und Harald Siegel das gesamte Programm verantworten. Damit wäre die langjährige Organisatorin Susanne von Essen mit der Sternkultur UG aus dem Rennen.
  • 28. November 2017: Die Kulturdeputation berät über die Situation des Festes. Dabei sind sich alle Fraktionen einig: Das Kulturfestival soll weiterhin stattfinden. "Ein Ausfall der Breminale, wie 2007, darf sich nicht wiederholen", sagt Claas Rohmeyer, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Bevor allerdings kein tragfähiges Konzept vorgelegt werde, dürfe auch kein Fördergeld für die Veranstaltung gezahlt werden. 2017 wurde die Breminale mit 65.000 Euro von der Kulturbehörde und 50.000 Euro seitens der Wirtschaftsförderung Bremen unterstützt.
  • 30. November 2017: Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz trifft sich mit allen Beteiligten an einem Runden Tisch, gemeinsam soll nach einer Lösung gesucht werden. Der Versuch scheitert. Stattdessen spricht die Bremer Kulturbehörde ein Machtwort: Nur einer der beiden bisherigen Veranstalter soll das Fest 2018 ausrichten – die Breminale GmbH. Erst wenn Siegel und sein Team ein tragfähiges Konzept vorlegen, werden die Fördergelder freigegeben und damit eine Absage der Breminale 2018 verhindert.
  • 12. Februar 2018: Der neu gestellte Antrag beinhaltet andere Zahlen als zuvor, der Förderbedarf sei nun nicht mehr deutlich zu erkennen, findet die Wirtschaftsförderung. Die Förderer fragen sich, ob die Breminale das Geld nicht selbst erwirtschaften kann. 60.000 Euro, die eigentlich für die Breminale vorgesehen waren, stehen auf der Kippe. Das Kulturressort dagegen will das Festival auch 2018 mit 65.000 Euro fördern. Diese öffentlichen Gelder sollen an den neuen Veranstalter fließen, die Concept Bureau UG. Harald Siegel hat der Agentur die Namensrechte für die Breminale zunächst für ein Jahr übertragen, so wie zuvor der Sternkultur UG.
  • 1. März 2018: Die Wirtschaftsförderung genehmigt nur die Hälfte der Gelder. Mehr soll es nur im Ausnahmefall geben, zum Beispiel, wenn das Sommerfest im Regen versinkt und Einnahmen ausbleiben. Die Kalkulation der neuen Breminale-Veranstalter war für die Wirtschaftsförderung Bremen nicht ganz nachvollziehbar, sagt Juliane Scholz, Sprecherin der WFB. Einzelne Posten haben die neuen Breminale-Macher von Concept Bureau UG offenbar höher angesetzt als ihre Vorgänger. Die Entscheidung der WFB stößt bei den Organisatoren auf Unverständnis.
  • 16. März 2018: Kommando zurück – die Breminale wird nun doch in voller Höhe gefördert. Die Wirtschaftsförderung Bremen hat dem neuen Veranstalter Concept Bureau UG die gesamte Summe zugesagt.
  • 17. März 2018: Die Kulturdeputation diskutiert, ob die Ausrichtung der Breminale ab 2020 ausgeschrieben werden soll. Demnach könnten sich dann alle Veranstalter aus Bremen und der Region für das Event bewerben. Die endgültige Entscheidung fällt nach der Sommerpause. Wenn sich die aktuellen Veranstalter, die Concept Bureau UG und die Breminale GmbH, die die Namensrechte besitzt, nicht bewerben oder im Ausschreibungsverfahren unterliegen, könnte sich auch der Name der Breminale in Zukunft ändern.
  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Juli 2018, 19:30 Uhr