CDU will weniger Kommerz bei der Breminale

Nachdem bekannt wurde, dass die Wirtschaftsförderung Bremen ihre Förderung von 60.000 Euro für die Breminale prüft, spricht sich die CDU-Fraktion für das Fest aus. Das Festival-Konzept wird heute in der Kulturdeputation vorgestellt.

Breminale am Bremer Osterdeich

Angesichts der unsicheren Finanzierung der Breminale hat sich die CDU für das Kulturfest ausgesprochen. "Wir wünschen uns auch in diesem Sommer eine Breminale", sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claas Romeyer, zu Radio Bremen. Das neue Festival-Konzept ist heute Thema in der Kulturdeputation.

CDU erwartet weniger Kommerz bei Breminale

Er sei schon sehr gespannt auf die Präsentation der Breminale-Macher, sagte Rohmeyer. Die wollen ihre Ideen im nicht-öffentlichen Teil der Deputationssitzung vorstellen. Der CDU-Politiker erwartet auf jeden Fall weniger Kommerz beim Fest am Osterdeich. Es könne keine dauerhaften Zuschüsse für ein Volksfest Breminale geben, sondern es solle sich weiter um ein Kulturfestival handeln.

Gefördert wird das Festival auch mit 65.000 Euro von der Kulturbehörde, die daran festhalten will. Nach Recherchen von Radio Bremen hat die Breminale GmbH ihre Einnahmen aus dem Stadtfest bisher nie offengelegt. Tatsächlich sind die Verhältnisse bei der Breminale ziemlich undurchsichtig. Vor mehr als 30 Jahren als gemeinnütziges Projekt gegründet, wird das Kulturfest inzwischen von einer einzigen Person kontrolliert, dem Geschäftsführer der Breminale GmbH, Harald Siegel. Sogar den Namen "Breminale" hat er für sich selbst schützen lassen. Dabei ist die Breminale GmbH gar nicht mehr Veranstalter des Stadtfestes. Die Verantwortung delegiert Siegel seit 2012 jedes Jahr neu in einem Vertrag.

Haftbar war – bis zu einem Zerwürfnis Ende 2017 – die Sternkultur UG. Inhaber: Max Maurer und Susanne von Essen, die technische und künstlerische Leitung der Breminale.

Kein Einblick in gastronomische Umsätze

Die wichtigen Finanzströme liefen dagegen weiterhin über Harald Siegel. Denn er behielt die Hoheit über die Gastronomie. In dem Vertrag mit der Sternkultur UG trat die Breminale GmbH als "Auftragnehmer" auf. Ihre Aufgaben: unter anderem Festlegung der Standgebühren sowie Betreuung und Inkasso der Standbetreiber, gegen eine Provision von 13 Prozent der Einnahmen. Einer dieser Standmieter aber war die Breminale GmbH selbst. Sie betreibt seit Jahren die meisten Bierstände auf dem Stadtfest.

Welche Umsätze die Breminale GmbH damit erzielte und in welchem Verhältnis das zu den von ihr selbst festgelegten Standgebühren stand, wussten nicht einmal die Festival-Verantwortlichen. "Wie bei jeder anderen Verpachtung haben wir keine Einsicht in die Umsätze/Gewinn", heißt es in einer internen E-Mail der Sternkultur-Gesellschafter.

Breminale GmbH HARALD SIEGEL BESITZT DIE NAMENSRECHTE AN „BREMINALE“ UND VERGIBT SIE JÄHRLICH AN VERANSTALTER BIS 2017 WAR ES DIE STERNKULTUR UG. 2018 SOLL ES CONCEPT BUREAU UG WERDEN VERANSTALTER SCHLIESST JÄHRLICHE VERTRÄGE MIT DEM VERANSTALTER BETREIBER VON 12 BIERSTÄNDEN AUF DEM STADTFEST LEGT STANDGEBÜHREN FEST UND BETREUT INKASSKO DER STÄNDE MIT EINER PROVISION VON 13% DER EINNAHMEN IST GESCHÄFTSFÜHRER DER BREMINALE GMBH VERANSTALTER BEAUFTRAGT BREMINALE GMBH MIT GASTRONOMIE BREMINALE GMBH

Kulturbehörde will trotzdem fördern

Aufschluss geben könnte der Geschäftsführer der Breminale GmbH, Harald Siegel, der sich als Stand-Betreiber und -Betreuer selbst abkassierte. Doch der wollte sich auf Anfrage von Radio Bremen nicht äußern. Sollten die Breminale-Macher aber die Fragen der Wirtschaftsförderung nicht zufriedenstellend beantworten, könnten die WFB-Gelder in diesem Jahr entfallen.

Das Kulturessort dagegen will in jedem Fall zahlen. Die Ausrichtung der Breminale sei "vornehmlich nicht kommerziell", stellte die Behörde gerade in einer Vorlage für die Kulturdeputation fest. Als "unverzichtbarer Bestandteil des Bremer Stadtmarketings" werde das Fest auch in diesem Jahr gefördert. Allerdings müsse man "von Zeit zu Zeit immer wieder überprüfen, ob die Eckdaten noch stimmen", sagte Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz zu Radio Bremen.

Die öffentlichen Gelder sollen an den neuen Veranstalter fließen, die Concept Bureau UG. Harald Siegel hat der Agentur die Namensrechte für die Breminale zunächst für ein Jahr übertragen (so wie zuvor der Sternkultur UG). Ob die Breminale aber überhaupt wie geplant stattfinden kann, ist offen. Ohne die Förderung durch die WFB müssten die Veranstalter das Programm entweder drastisch kürzen oder neue Geldquellen auftun. Vielleicht ja bei der Breminale GmbH.

  • Michael Pundt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Februar 2018, 19:30 Uhr