Fragen & Antworten

Schifffahrtsmuseum plant Souvenirs aus Resten der "Seute Deern"

Ein Stückchen "Seute Deern" für die Hosentasche. Das plant das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Doch noch ist unklar, ob genug unbelastetes Holz vorhanden ist.

Video vom 12. Februar 2021
Ein Segelschiff ist von hinten zu sehen, wie es im Sand liegt.
Bild: DPA | Sina Schuldt
Bild: DPA | Sina Schuldt
Was steckt hinter der Idee?
In den vergangenen Monaten hat es laut dem Deutschen Schifffahrtsmuseum viele Anfragen von Fans der "Seute Deern" gegeben, die gerne ein Stück des einstigen Bremerhavener Wahrzeichens erwerben möchten. Im Zuge der Sicherung erhaltenswerter Objekte des Traditionsseglers würden demnach auch gut erhaltene Holzstücke vor der Entsorgung gerettet. Daraus könnten laut Projektleiter Lars Kröger zum Beispiel Schlüsselanhänger, Uhren, Buchstützen oder Kugelschreiber werden. Das Schiff solle nicht verramscht werden, betont Kröger.

Eine ähnliche Aktion gab es 2017 in Bremen. Dort wurden Teile des alten Kupferdachs vom Rathaus verkauft. Damals zog die Aktion in der Innenstadt Tausende Souvenirjäger an. Um einen Teil des 2016 ausgetauschten Dachs zu ergattern, nahmen Besucher Wartezeiten von bis zu dreieinhalb Stunden in Kauf.
Kann theoretisch alles von der "Seute Deern" verwertet werden?
Nein, die "Seute Deern" wird nach ihrer Havarie 2019 momentan ganz vorsichtig am Alten Hafen abgewrackt. Ganz vorsichtig deshalb, weil bei Untersuchungen des historischen Schiffes reichlich giftige Schadstoffe und auch Pilzbefall festgestellt wurden. Deswegen ist aktuell auch noch nicht klar, ob überhaupt genug Holz zur Souvenir-Verarbeitung übrig bleibt. Dafür kann nur unbedenkliches Holz genutzt werden. Dies soll laut Kröger über Messungen sichergestellt werden. Falls es ausreicht, könnten die Andenken im Sommer in den Verkauf gehen. Der Erlös soll dann in den Museumshafen fließen. Wenn es soweit ist, will das Museum auf seiner Webseite über den Verkaufsstart informieren.
Wie ist denn der aktuelle Stand beim Abwracken?
Die "Seute Deern" liegt sauber eingepackt in Planen unweit ihres ursprünglichen Liegeplatzes vor dem Schifffahrtsmuseum. Darunter wird der Traditionssegler Stück für Stück zurückgebaut. Die rund drei Millionen Euro teuren Arbeiten haben vor knapp zwei Wochen begonnen und sollen laut Plan bis Juni abgeschlossen sein. Unter anderem muss die mit Asbest belastete Farbe weggefräst werden. Anschließend werden die Planken nach und nach abgetragen.

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 12. Februar 2021, 15:15 Uhr