Bremerhaven laut RKI jetzt mit bundesweit höchster Inzidenz

Audio vom 21. September 2021
Eine FFP2-Maske auf der ein roter Pfeil ist und das Wort "Inzidenz"
Bild: Imago | Christian Ohde
Bild: Imago | Christian Ohde
  • Bremerhaven führt bundesweite Corona-Statistik des RKI mit 218,4 an
  • Stadt laut Sprecher in keiner schwierigen Lage
  • Werte vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jüngeren Menschen hoch

Die Stadt Bremerhaven hat laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell die bundesweit höchste Inzidenz. Der Wert lag am Dienstagvormittag bei 218,4. Rund 900 Menschen befinden sich in Quarantäne. In den Bremerhavener Krankenhäusern werden zehn Menschen wegen Corona behandelt, drei davon liegen auf der Intensivstation. Zwei von ihnen werden beatmet. Man sei insgesamt in der Warnstufe 1 und damit noch in keiner schwierigen Lage, sagte ein Stadtsprecher.

Dennoch: Die meisten Corona-Fälle in Bremerhaven gibt es zurzeit bei den 6- bis 9-Jährigen. Hier liegt die Inzidenz nach Altersgruppen bei 374. Laut Statistik sind vor allem Kinder, Jugendliche und jüngere Menschen betroffen. Die Inzidenz bei den 10 bis 19-Jährigen liegt bei 346, die der 20 bis 39-Jährigen bei 316. Der Wert für die 40 bis 59-Jährigen liegt bei 158, der für 60 bis 79-Jährige bei 27 und der für über 80-Jährige bei 13.

Bei Kitas und Schulen gibt es derzeit 105 Fälle, die sich auf das Stadtgebiet verteilen. Bei der Mehrzahl der Corona-Infektionen ist unklar, wo genau sich die Leute angesteckt haben. Allerdings gibt es auch eine Häufung bei mehreren Subunternehmern eines Bremerhavener Stahlbaubetriebs, inzwischen 80 Corona-Fälle. Und auch die Zahl der infizierten Reiserückkehrer nehme zu, so ein Stadtsprecher.

Gegenläufige Entwicklung in Bremen

Anders ist die Lage in Bremen aktuell. Dort ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt leicht gesunken – wie auch in ganz Deutschland. In Bremen liegt der Inzidenzwert aktuell bei 86,1. Doch diese Entwicklung ist eigentlich untypisch. Experten hatten eigentlich erwartet, dass die Lage sich eher wie in Bremerhaven darstellen werde. Warum also steht Bremen so gut dar? Epidemiologe Hajo Zeeb ordnet die Situation ein.

Diese Entwicklung überrascht ein wenig, zeigt aber eben auch, dass die reale Entwicklung nicht immer so verläuft, wie es die Modelle vorhersagen.

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb im Interview.
Hajo Zeeb, Epidemiologe am Leibniz-Institut

In Bremen keine rasante Ausbreitung unter Ungeimpften

Erwartungsgemäß gebe es laut Zeeb einige Fälle und Ausbrüche in Schulen, dadurch gebe es derzeit aber keine rasante Ausbreitung in der Gruppe der Ungeimpften. Eine Interpretation dafür könne sein, dass eine Balance zwischen Impfung, verbleibenden Kontrollmaßnahmen und Lockerungen im öffentlichen Leben gebe.

Er mahnt jedoch auch, dass es noch früh im Herbst sei. Deshalb sei weitere Aufmerksamkeit nötig – und weiteres Impfen. "Wenn auch Bremen da wirklich gut dasteht", so Zeeb.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 21. September 2021, 12 Uhr