Fragen & Antworten

Kreuzfahrt-Start ab Bremerhaven: Wo steht die Branche nach der Pause?

Video vom 10. Juli 2021
Das Kreuzfahrtschiff "MS Artania" von Phönix Reisen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Nach langem Stillstand startet der Kreuzfahrtbetrieb am Columbus-Cruise-Center in Bremerhaven wieder. Aber was hat die Corona-Pandemie mit der Branche gemacht?

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pause auf die Kreuzfahrt?
Die Schiffe mussten weiter instand gehalten und gepflegt werden. Deshalb gab es nicht nur keine Einnahmen, sondern auch ständig weiter laufende Kosten. Das hat die Kreuzfahrtbranche aber ganz gut aushalten können, sagt der Touristik-Professor und Rektor der Hochschule Bremerhaven Alexis Papathanassis. "Sie hatten Finanzreserven und Rücklagen, sie haben hohe Kreditlinien gesichert und Kapazitätsreduzierungen vorgenommen", so Papathanassis. "Dadurch waren sie in der Lage, den enormen Cash-Burn zu bestehen, der mit der Stilllegung ihrer Flotten verbunden war." Um Kosten zu senken wurden übrigens auch alte Schiffe früher aussortiert. Und das kam dann auch der Umwelt zugute.
Kreuzfahrt-Experte Alexis Papathanassis
Touristik-Professor Alexis Papathanassis ist Ende vergangenen Jahres zum neuen Rektor der Hochschule Bremerhaven gewählt worden. Bild: Radio Bremen
Welchen Effekt hatte das für die Umwelt genau?
Experte Papathanassis sagt, dass gerade die alten Kreuzfahrtschiffe sehr teuer sind. Und während Corona konnten sie nicht einmal eingesetzt werden. Stattdessen gab es nur die laufenden Kosten. Die Pandemie war also ein guter Zeitpunkt um diese alten, teuren Schiffe ein bisschen früher aus dem Verkehr zu nehmen. "Moderne Schiffe sind energieeffizienter, was neben dem Kostenersparnis auch umweltfreundlicher ist", sagt Papathanassis. "Das ist ein Bereich, in dem die wirtschaftlichen Interessen der Kreuzfahrtbranche mit der Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden können." So hat die Pandemie auch dazu beigetragen, dass die weltweite Kreuzfahrtflotte etwas früher modernisiert worden ist.
Wie ist derzeit die Nachfrage nach Kreuzfahrtreisen?
Obwohl die Kreuzfahrtschiffe beispielsweise des Anbieters Phönix-Reisen wegen Corona jetzt nur mit 70 Prozent Auslastung fahren können, ist die Nachfrage sehr hoch. "Deswegen sind wir sehr positiv gestimmt, dass die Schiffe von uns nachgefragt werden", so Phönix-Geschäftsführer Benjamin Krumpen. "Auch die Branche an sich ist sehr innovativ und wird Wege finden, die alle Passagiere sehr glücklich machen." Phönix-Reisen, die nun mit der "MS Artania" von Bremerhaven gestartet sind, sei bereits bis September ausgebucht.

Kreuzfahrt-Kenner sind mit den aktuellen Hygiene-Regeln an Bord übrigens bereits vertraut, sie sind in der Branche normal. Wer regelmäßig um die Welt fährt, für den ist es völlig üblich, sich regelmäßig impfen zu lassen und auf Abstand und Hygiene zu achten. Schließlich will niemand eine Grippewelle auf Board. Nur die Masken sind neu.

Rückblick: Darum steht die letzte Reise der "Albatros" für die Kreuzfahrtkrise

Video vom 19. Oktober 2020
Ein Schiff fährt an zahlreichen Passagieren, die im Hafen waren, vorbei.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autoren

  • Stella Vespermann Volontärin
  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 10. Juli 2021, 8:40 Uhr