Am Puls der Zeit: Klimahaus steigert Besucherzahlen und hat viel vor

Im Jubiläumsjahr 2019 verzeichnet das Klimahaus in Bremerhaven einen Besucheranstieg. Für 2020 sind neue Ausstellungen und politische Veranstaltungen geplant.

Das Klimahaus spiegelt sich im Hafenbecken.
2020 präsentiert das Klimahaus neue Sonderausstellungen und will sich politisch engagiert zeigen. Bild: Klimahaus | Marcus Meyer

Das Thema "Klima" sei 2019 nach langer Zeit wieder salonfähig geworden, sagte Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker am Freitag. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Besucherzahlen demnach um etwa 32.000 Menschen auf knapp 460.000 Menschen gestiegen, was rund 7,5 Prozent entspricht. Im zehnten Jahr des Bestehens hätten dazu wesentlich die Jubiläumsaktivitäten mit einem internationalen Fachsymposium und weiteren Veranstaltungen sowie das gesteigerte gesellschaftliche Interesse beigetragen. "Der globale Schutz des Klimas ist alle gemeinsamen Anstrengungen wert. Wir werden vorangehen und auch 2020 unserer Aufgabe gerecht, darüber fach- und sachgerecht zu informieren", betonte Dunker. 2018 hatte der extreme Sommer noch zu einem Rückgang der Zahlen auf 425.000 Besucher geführt. Mit weit über fünf Millionen Besuchern seit der Einweihung 2009 konnte sich das Klimahaus nach eigenen Angaben nun amortisieren und die Investitionen an Wertschöpfung wieder einspielen.

Neue Sonderausstellungen im Klimahaus

Ein Mann in Hemd und Sakko schaut in die Kamera.
Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker ist zufrieden mit den Besucherzahlen, will sie jedoch weiter steigern.

Mit der Sonderausstellung "MenschenWelt" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt startet das Klimahaus ins neue Jahr. Hier können Besucher erleben, in welchen Bereichen die Erde in absehbarer Zeit an ihre Grenzen stößt. Ab März ist mit "Nordsee – Südsee. Zwei Welten im Wandel" eine weitere Sonderausstellung zu sehen. Dazu reiste ein Klimahaus-Team auf zur Hallig Langeneß und nach Samoa, um Veränderungen in Klima und Gesellschaft aufzuspüren. Im November steht das zehnte Jubiläum des wohltätigen Klimahaus-Laufs mit über 400 Sportlern an. Für die Ausstellungsbereiche "Offshore Center" und "Perspektiven" sind Umstrukturierungen geplant, um sie der gesellschaftlichen Relevanz des Themas "Klimawandel" anzupassen – etwa mit der Energiewende und konkreten Tipps für Besucher. Wenn die Mittel für die geplante Extremwetter-Ausstellung durch die Politik freigegeben werden, könnte die Realisierungsphase in der zweiten Jahreshälfte starten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zehn Millionen Euro.

Klimahaus will weiter politisch sein

Bereits 2019 hatte sich das Klimahaus laut Pressesprecher Holger Bockholt auf die Fahne geschrieben politischer zu werden. Dieser Anspruch gelte auch 2020, zum Beispiel mit dem internationalen Kongress "From Climate Knowlege to Climate Action" zur Vermittlung von Klimafragen im September. Damit will das Klimahaus sich und Bremerhaven laut Geschäftsführer als Stammzelle der Klimavermittlung positionieren. Podiumsdiskussionen sollen außerdem eine Plattform für den Austausch zwischen Politik und Gesellschaft sein, so Dunker. Klimathemen sollten nicht nur in Berlin stattfinden oder auf der Straße, wo die Demonstranten alleine sind. Bei den aktuellen Debatten sieht der Geschäftsführer großes Potenzial noch mehr Besucher nach Bremerhaven zu locken. Bei Themen wie Migration, Arten- und Klimaschutz sei die Seestadt mit dem Auswandererhaus, dem Zoo am Meer und dem Klimahaus gut aufgestellt. "Es waren zehn tolle Jahre", bilanzierte Dunker. "Aber jetzt geht es erst richtig los." Fridays For Future, hohe Temperaturen oder Waldbrände hätten für ein breites Interesse gesorgt. Und: "Es wird weiterhin hoch sein, eher noch steigen."

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Eins, 17. Januar 2020, 15:00 Uhr