Warum sich in Bremerhaven 50 Elvis-Fans getroffen haben

Rund 50 Anhänger des Sängers Elvis Presley aus der ganzen Republik haben in Bremerhaven ihr Idol gefeiert. Der Weltstar hatte dort vor 62 Jahren deutschen Boden betreten.

Ein Mann kniet vor einer Gedenktafel neben der Rosen liegen, drumherum stehen Menschen in Warnwesten.
Elvis-Fan Andreas Giza aus Hannover kniet vor einer Gedenktafel an der Columbuskaje in Bremerhaven. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Eigentlich ist die Columbuskaje nicht für Privatpersonen erreichbar, doch für diesen historischen Moment drücken die Verantwortlichen ein Auge zu. Wie schon in den Vorjahren konnten Elvis-Fans so auch in Corona-Zeiten den Rock'n'Roll-Star ehren – nach vorheriger Anmeldung, mit Abstand, Masken und Warnwesten. "Elvis wird von oben zugucken und sich wundern, wie wir verkleidet sind", so Organisator Hans-Ulrich Elter.

Ein historischer Moment für Bremerhaven

Ein älteres Ehepaar mit Warnweste und Mundschutz steht vor einem Kreuzfahrtschiff.
Zeitzeugin Ilse Dettweiler-Martens war als 13-Jährige bei der Elvis-Ankunft dabei. Zum Jahrestag kam sie mit ihrem Mann Hans-Joachim. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Rund 50 Anhänger des Sängers – teilweise ganz aus München angereist – fanden sich am Morgen genau dort ein, wo der US-Soldat am 1. Oktober 1958 um 9:22 Uhr vom Schiff an Land ging und erstmals einen Fuß auf deutschen Boden setzte. Ein kurzer, aber für die Stadtgeschichte Bremerhavens wichtiger Moment. Als Elvis damals mit prall gefülltem Seesack auf der Schulter die Gangway herunter schritt und Autogramme gab, wurde er von hunderten Fans frenetisch bejubelt.

Das sind schöne Erinnerungen.

Ilse Dettweiler-Martens, Zeitzeugin von 1958
Ein älteres Ehepaar mit Warnwesten und Mundschutz tanzt auf einer Straße, dahinter stehen Menschen.
Auch als 75-Jährige tanzt Ilse Dettweiler-Martens noch gerne Rock'n'Roll. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Ilse Dettweiler-Martens war eines der kreischenden Mädchen, die vor 62 Jahren vor Ort waren. Ihre Mutter hatte den Besuch eigentlich verboten – wegen der Musik und des Trubels. Doch die damals 13-Jährige schlich sich heimlich nach draußen. "Das sind schöne Erinnerungen", sagt Dettweiler-Martens. Beeindruckt habe sie vor allem die Musik, das Neue und der Rock'n'Roll-Tanz. Und den tanzt die inzwischen 75-Jährige noch immer gerne. Auch heute mit ihrem Mann Hans-Joachim auf der Kaje.

US-Soldat Elvis Presley reiste mit Zug weiter

Elvis Presley winkt am 01.10.1958 auf dem Bahnhof von Bremerhaven aus einem Zugabteil.
Nach der Ankunft per Schiff bestieg Elvis in Bremerhaven den Zug Richtung Hessen. Bild: DPA | Lothar Heidtmann

Von Bremerhaven aus ging es für den wohl berühmtesten Rekruten der amerikanischen Streitkräfte schließlich mit dem Zug weiter nach Hessen. Am dortigen US-Standort in Friedberg verbrachte Elvis seine Dienstzeit bis März 1960 als Jeepfahrer.

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 1. Oktober 2020, 9:15 Uhr