Warum Busse in Bremerhaven Corona-Filter bekommen und in Bremen nicht

Bremerhavens Busbetreiber rüstet seine Fahrzeuge mit antiviralen Luftfiltern um. Bei der BSAG in Bremen wird vergleichbares noch getestet, die beste Methode sei aber eine andere.

An einem gelben Linienbus kleben Hinweisschilder zu Masken und Filtern.
Bremerhaven Bus hofft bis Ende des Monats 80 Busse mit antiviralen Filtern ausgestattet zu haben. Bild: Bremerhaven Bus

Das Verkehrsunternehmen Bremerhaven Bus rüstet derzeit seinen Fuhrpark mit antiviralen Filtersystemen nach. So soll die Verbreitung von Aerosolen in den Fahrzeugen weiter minimiert werden. Das hat das Verkehrsunternehmen jetzt mitgeteilt. Die Feinfilter mit einer zusätzlichen Beschichtung ersetzen demnach die bisher vorhandenen in den Klimaanlagen. Laut Hersteller sollen so bis zu 99 Prozent der Aerosole herausgefiltert und zerstört werden. Insgesamt werden 80 Busse mit je zwölf Filtern ausgestattet. Kostenpunkt: 9.000 Euro. Bremerhaven Bus hofft, dass die Maßnahme bis Ende des Monats umgesetzt ist.

Spezielle Luftfilter zunächst nur für Reisebusse

Die neuen Filter sorgen laut Jens Wefer, Bereichsleiter Technik bei Bremerhaven Bus, dafür, dass die Luft aus den Umluftanlagen gefiltert wird. Die Luft, die aus dem Innenraum abgesaugt wird, gelangt dann anschließend gereinigt wieder hinein. Eine im Vergleich zu den herkömmlichen Filtern zusätzliche Imprägnierung soll dabei die Proteinhülle des Virus zerstören. Die etwas andere Bauweise und die Beschichtung machten den Unterschied aus, insgesamt sei es aber keine Neuerfindeung, sagt Wefer. Diese speziellen Filter seien zunächst nur für Reisebusse verfügbar gewesen, weil die nicht alle paar hundert Meter anhalten und die Türen öffnen. Dies sei bei Linienbussen mit den regelmäßigen Haltestellen anders, so Wefer. Insofern sei es auch schon vor den neuen Einbauteilen sicher gewesen. Seit kurzem sind die Filter auch für den Bremerhavener Stadtbus-Typ verfügbar. Die Umrüstung solle nun auch für ein besseres Gefühl bei Fahrgästen und Fahrern sorgen.

Regelmäßiges Lüften auch im Bus am wichtigsten

Auch die BSAG in Bremen prüft derzeit antivirale Filter, die dem Betrieb vor etwa zwei Wochen vom Hersteller angeboten wurden. Anschließend sollen die Tests für das weitere Vorgehen bewertet werden. Allerdings sagt Pressesprecher Andreas Holling: "Wir haben nicht so viele Fahrzeuge, bei denen diese Filter passen." Bei 220 Bussen gehe es um etwa 10 Prozent. Daher setze man vor allem auf die Frischluftvariante – bei Klimaanlagen und durch die regelmäßig öffnenden Türen. "Nach allem, was wir wissen, ist das die beste Methode", so Holling. Das entspreche den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Nach subjektiver Wahrnehmung seien Busse in der Pandemie ein Risiko, Fakten stützten dies jedoch nicht, so Holling. Zudem sei man über den Landeskrisenstab in stetigem Austausch mit der Gesundheitsbehörde – und für zusätzliche Lösungen auch mit anderen Verkehrsbetrieben.

Rückblick: Problem für BSAG – Enge in Bus und Bahn

Video vom 3. November 2020
Ein überfüllter Bahnsteig am Bremer Hauptbahnhof.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. Dezember 2020, 18 Uhr