Bremer Verbraucherzentrale kritisiert Ferrero

  • Nutella-Hersteller Ferrero wirbt zur Fußball-WM mit Prämien
  • 90 Punkte für Bluetooth-Kopfhörer entsprechen 3.780 Stück Würfelzucker
  • Bremer Verbraucherzentrale wirft Konzern Verantwortungslosigkeit vor
84 Stück Würfelzucker sind in einem 450 Gramm Nutella-Glas.
84 Stück Würfelzucker sind in einem 450 Gramm-Glas Nutella enthalten. Bild: Verbraucherzentrale Bremen

3.780 Stück Würfelzucker für einen Bluetooth-Kopfhörer – wieder wirbt Ferrero anlässlich der Fußball-WM mit Prämien. Die Palette reicht von zwei Gläsern für 35 Punkte bis zu einem Bluetooth-Kopfhörer für 90 Punkte. Die Punkte könnten Kunden über den Kauf bestimmter Produkte sammeln, berichtet die Bremer Verbraucherzentrale.

Aus unserer Sicht handelt Ferrero verantwortungslos.

Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen
Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen

Für ein 450 Gramm-Glas Nutella gebe es beispielsweise zwei Punkte, genauso für einen Zehnerpack Duplo. Schon vor zwei Jahren startete Ferrero eine ähnliche Aktion zur Fußball-EM. Auch damals kritisierte die Verbraucherzentrale Bremen die Werbung.

Nutella besteht zur Hälfte aus Zucker

Denn um die Prämien zu bekommen, müssen die Kunden jede Menge Schokoladenprodukte essen. So sei die günstigste Prämie für 35 Punkte zu bekommen. "Das sind umgerechnet je 17,5 Zehnerpackungen Duplo oder Nutella-Gläser. Die teuerste Prämie mit 90 Punkten ist ein Bluetooth-Kopfhörer – je 45 Duplopackungen oder Nutellagläser", erläutert Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.  

Über die Hälfte von 100 Gramm Nutella sind Zucker (56 Gramm). Auch der Fettgehalt liegt bei der Nuss-Nugat-Creme sehr hoch — nämlich bei mehr als 30 Gramm. Ein 450 Gramm-Glas enthält 84 Stück Würfelzucker, das 750 Gramm-Glas sogar 140 Stück. Wer den Kopfhörer mit den kleineren Nutellagläsern einlösen möchte, müsste 45 Gläser kaufen. "Das sind 3.780 Stück Würfelzucker", empört sich Oelmann.

Sie hält die Prämienkampagne für völlig fehl am Platze und verweist darauf, dass viele Kinder in Deutschland fettleibig oder übergewichtig sind. Dies habe auch bisher noch nicht absehbare Folgen für das deutsche Gesundheitssystem. Mit solchen Kampagnen fördere der Hersteller diese Entwicklung geradezu.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 25. Mai 2018, 23:22 Uhr