Prozess gegen Schwulen-Stalker in Bremen wird fortgesetzt

  • 32-Jähriger soll Homosexuelle tyrannisiert und bedroht haben
  • Prozess wurde vom Amtsgericht an das Landgericht verwiesen
  • Am Landgericht soll geklärt werden, wie der Angeklagte untergebracht wird
Ein Angeklagter, der im Gerichtssaal neben seiner Anwältin sitzt und eine Rote Mappe vor sein Gesicht hält.
Der Angeklage ist offenbar psychisch krank. (Archivbild) Bild: Radio Bremen

Ein 32 Jahre alter Mann hat, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, homosexuellen Männern nachgestellt. Der Prozess war Anfang des Jahres unterbrochen und an das Landgericht verwiesen worden, weil der Beschuldigte offenbar psychisch krank ist und über die Unterbringung entschieden werden muss.

Grund für die mutmaßlichen Taten war offenbar, dass sich der Angeklagte an der Homosexualität stört. Aus diesem Grund soll er die Betroffenen ohne deren Einverständnis unter anderem in sozialen Netzwerken geoutet haben.Die Vorwürfe reichen noch weiter: Teilweise soll der Angeklagte unter Verwendung der Mobilfunknummern der Geschädigten, sogenannte Call-ID-Spoofing, Kontakt zu Dritten aufgenommen und diese unter anderem bedroht haben. Zudem habe der Beschuldigte versucht, eine Traueranzeige in einer regionalen Zeitung zu inserieren, wodurch Familie, Freunde und Bekannte des Geschädigten davon ausgehen sollten, dass dieser verstorben sei.

Geschädigte offenbar dauerhaft belastet

Die Geschädigten sollen durch die Taten psychisch schwer belastet worden sein und dauerhaft unter den erheblichen Einschränkungen ihres Alltages leiden. Dem Angeklagten werden neben diesen Taten eine Vielzahl weiterer Taten, überwiegend gewerbsmäßiger Betrug durch Verkäufe auf Internetplattformen, zur Last gelegt.

Rückblick: Stalking-Prozess: Expertin hält Angeklagten für gestört

Video vom 15. Januar 2020
Ein Angeklagter, der im Gerichtssaal neben seiner Anwältin sitzt und eine Rote Mappe vor sein Gesicht hält.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. juli 2020, 23:30 Uhr