Corona-Infektionen nachverfolgen: Bremen führt "Luca App" ein

  • Auch im Land Bremen wird künftig die "Luca App" eingesetzt
  • Das hat der Bremer Senat jetzt beschlossen
  • So sollen Infektionen verfolgt werden – doch die App kann noch mehr
Video vom 30. März 2021
Eine Hand hält ein Handy, auf dem die Luca-App zu sehen ist.
Bild: Imago | Rüdiger Wölk
Bild: Imago | Rüdiger Wölk

Um Corona-Infektionsketten besser nachverfolgen zu können, wird auch im Land Bremen künftig die sogenannte "Luca App" eingesetzt. Das hat der Bremer Senat am späten Vormittag beschlossen. Das Land Bremen hat mit den Anbietern der App einen Vertrag über zunächst zwölf Monate abgeschlossen, die Kosten dafür liegen bei gut einer Viertelmillion Euro.

Digitale Registrierung in Bars und Restaurants

Die Anwendung soll den Gesundheitsämtern helfen, Kontakte von Corona-positiv getesteten Menschen schneller zu ermitteln. Die App kann bereits jetzt heruntergeladen werden. Sobald Bars, Restaurants oder auch Geschäfte wieder öffnen, können sich Besucher oder Kunden dann mithilfe eines QR-Codes digital registrieren. Das soll die bisherigen Angaben wie Name, Adresse und Telefonnummer in Papierform ersetzen. Diese Art der Erfassung hatten Datenschützer in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, weil Namenslisten etwa in Restaurants teilweise für jeden einsehbar auslagen.

Zudem können die Gesundheitsämter mithilfe der Luca App Kontaktpersonen von Infizierten künftig schneller identifizieren, da die Recherche über bisherige Aufenthaltsorte der Betroffenen entfällt. Auch Falschangaben von Kontaktdaten sind damit ausgeschlossen. Nach Angaben der Entwickler – einem privaten Unternehmen aus Berlin – werden alle erfassten Kontaktdaten verschlüsselt. Nur die Gesundheitsämter haben demnach die Möglichkeit, die Nutzer der App mit ihrem Namen zu identifizieren.

Alle norddeutschen Bundesländer ziehen mit

Die "Luca App" ist kostenlos und kann mit allen gängigen Smartphones genutzt werden, eine Pflicht dies zu tun besteht allerdings nicht. Außer Bremen planen aktuell acht weitere Bundesländer den Einsatz der App, darunter alle in Norddeutschland. Niedersachsen hatte bereits vor mehreren Tagen einen entsprechenden Vertrag zur Nutzung mit den Entwicklern abgeschlossen, für drei Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 30. März 2021, 13 Uhr