Finanzielle Lage der Bremer Kliniken nicht so angespannt wie im Bund

  • Hilfen des Bremer Senats federn Einnahmeausfälle ab
  • Krankenhäuser gehen von anhaltenden Belastungen aus
  • Gesundheit Nord: Ohne Finanzhilfen Liquidität bedroht
Video vom 29. Dezember 2020
Ein Krankenhaus-Flur, indem ein Krankenbett steht. Am Ende des Flures ist eine Tür, die zum Kreißsaal führt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

In den Bremer Krankenhäusern ist die finanzielle Lage derzeit nicht ganz so angespannt wie es aus anderen Bundesländern berichtet wird. Das hat die Krankenhausgesellschaft Bremen mitgeteilt. Die "Deutsche Krankenhausgesellschaft" hatte davor gewarnt, dass in den Krankenhäusern bald keine Gehälter mehr gezahlt werden können, wenn der Bund seine Hilfen nicht erhöht.

Viele Krankenhäuser in Deutschland machen wegen der Pandemie hohe Verluste – unter anderem, weil Operationen verschoben werden müssen. Diese Situation wird noch Monate andauern, so die Einschätzung von Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft. In Bremen sei die Lage zwar entspannter, weil der rot-grün-rote Senat zusätzlich 20 Millionen Euro für die Zeit bis Ende Januar bereitstellt, sagt Zimmer. Es brauche aber Planungssicherheit in den Monaten danach.

Gesundheit Nord: Ohne Finanzhilfen Liquidität bedroht

Auch Torsten Jarchow, Geschäftsführer beim St.-Joseph-Stift, geht davon aus, dass die hohen Kosten durch die Pandemie länger anhalten werden. Er hofft dann auf weitere Zuschüsse – genauso wie der Klinikverbund "Gesundheit Nord" und das Diako-Krankenhaus.

Der Klinikverbund Gesundheit Nord teilte mit, dass seine Leistungen in diesem Jahr um 14 Prozent eingebrochen sind. Einen ähnlichen Einbruch hätten vermutlich die meisten Krankenhäuser in Deutschland angesichts der Corona-Pandemie zu verzeichnen. "Natürlich hat diese Situation die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage der Geno weiter verschärft", so ein Sprecher. Welche Belastung in den kommenden Wochen und Monaten auf die Geno zukommen, sei jetzt noch nicht absehbar. Die Geno geht schon jetzt von Corona-Ausgleichszahlungen in Höhe von 50 Millionen Euro aus. Andernfalls wäre "unsere Liquidität im kommenden Jahr angesichts der anhaltenden Belastungen durch die Pandemie bedroht".

Garantie vom Bund für Gehälter

Inzwischen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Gehältergarantie für die Beschäftigten in Krankenhäusern abgegeben. "Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 29. Dezember 2020, 10 Uhr