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Bremer Hochschule empfiehlt Studierenden in China vorzeitige Rückkehr

  • 23 Studierende verbringen zurzeit ein Auslandsjahr in China
  • Hochschule empfiehlt, den Aufenthalt abzubrechen
  • Grund ist das grassierende Coronavirus
Studenten, die an Pulten sitzen, sind von oben zu sehen
23 Studierende aus dem Studiengang "Angewandte Wirtschaftssprachen und Internationale Unternehmensführung - China" halten sich momentan für ein Jahr in China auf (Symbolbild). Bild: Imago | Michael Schick

Die Bremer Hochschule hat ihren 23 Studierenden in China empfohlen, das Auslandsjahr abzubrechen. Das bestätigte die Hochschule gegenüber buten un binnen. Es handele sich um Studenten aus dem Studiengang "Angewandte Wirtschaftssprachen und Internationale Unternehmensführung - China".

"Wir stehen in engem Kontakt zu den Studierenden und haben ihnen soeben empfohlen, ihren China-Aufenthalt aufgrund der aktuellen Entwicklungen vorzeitig abzubrechen", so Professorin Sandra Heep. Einige der Studierenden würden die derzeitigen chinesischen Ferien allerdings in anderen Ländern verbringen.

Auch die Universität Bremen kontaktiere zurzeit betroffene Studierende, so Sprecherin Meike Mossig auf Anfrage von buten un binnen – eine "offizielle Rückkehrempfehlung" habe man allerdings noch nicht ausgesprochen. "Wenn die Studierenden irgendwelche Fragen haben oder Hilfe brauchen, unterstützen wir sie", so Mossig.

Bremer Student in Peking: Erste Auswirkungen zu spüren

Für Niko Esselbach kommt die vorzeitige Rückkehr nach Bremen nicht in Frage. Der 23-Jährige studiert an der Hochschule Bremen, absolviert aktuell aber ein Praktikum in Peking. "Die Uni hat uns gesagt, dass es kein Problem wäre, zurückzufahren. Die würden für uns alles arrangieren", sagt er. "Ich persönlich habe mit dem Gedanken aber noch nicht gespielt."

Einige Auswirkungen habe das Virus aber schon auf seinen Alltag: So habe der Arbeitgeber darauf hingewiesen, dass ein entsprechender Mundschutz getragen werden muss. Und auch wenn Reisen aus Peking nicht offiziell eingeschränkt seien, müsse unter anderem für die Firma ein Fragebogen ausgefüllt werden, wenn die Beschäftigten die Stadt verlassen wollen. Auch eine private Reise habe der Student bereits abgesagt.

Wir hatten eine Reise geplant, da haben wir das Airbnb-Geld und das Geld für die Zugtickets zurückgekriegt, weil die nicht unbedingt wollten, dass wir reisen.

Niko Esselbach, Student in Peking

Trotz dieser Entscheidung müsse man sich aber keine allzu großen Sorgen machen. Durch regelmäßige Newsletter der Firma werde er auf dem Laufenden gehalten. Und in diesen werde auch darüber informiert, dass die Situation "nicht so schlimm ist, dass Leute in Deutschland Panik schieben müssten", so Esselbach.

Verdachtsfälle in Bremen und Niedersachsen

Wie mit Studenten oder auch anderen Deutschen, die aus China zurückkehren, verfahren wird, erklärt Sylla Kahl vom Bremer Gesundheitsamt. "Wir sind in enger Absprache und im regelmäßigen Austausch mit dem Robert-Koch-Institut. Rückkehrer würden bei ihrer Ankunft in Deutschland kontaktiert und über mögliche Symptome und Verhaltensweisen informiert. Genaueres dazu wird in den kommenden Tagen vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht", so Kahl.

Im Land Bremen gibt es derzeit (Stand Mittwochmorgen) ein Verdachtsfälle des Coronavirus – ein 47-jähriger Hafenarbeiter hatte mit chinesischen Arbeitern zu tun. Laut Gesundheitsamt gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass er tatsächlich mit dem Virus infiziert ist. Bei einem 56-Jährigen aus Bremerhaven und einer 27-Jährigen aus Bremen hatte sich ein Anfangsverdacht nicht bestätigt. Auch in Niedersachsen gibt es einige Verdachtsfälle.

In Bayern gibt es mittlerweile den vierten bestätigten Fall. Nachdem sich erst ein Mann bei einer chinesischen Kollegin angesteckt hatte, wurden am Dienstagabend drei weitere Fälle aus derselben Firma bestätigt. Weltweit sind schon mehr als 6.000 Menschen an dem Virus erkrankt. Bisher sind mehr als 100 Menschen daran gestorben.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Nachmittag, 28. Januar 2020,