Obdachlose in Bremen dürfen Notunterkünfte wegen Kälte tagsüber nutzen

  • Notunterkünfte den ganzen Tag offen
  • Laut Aktionsbündnis: Ausreichend warme Schlafplätze in Bremen
  • Obdachlose dürfen sich mit Maske in Bus und Bahn Aufwärmen
Ein blauer Schlafsack liegt auf einer Bank im Schnee.
Minusgrade und Schnee sind ein Problem für viele wohnungs- und obdachlose Menschen in Bremen. Bild: Imago | Stefan Zeitz

In diesem frostigen Corona-Winter können Obdachlose in Bremen und Bremerhaven auch tagsüber in den Notunterkünften bleiben und müssen diese nicht wie sonst morgens verlassen. Laut des örtlichen Aktionsbündnisses 'Menschenrecht auf Wohnen' gibt es in Bremen auch genügend Schlafplätze für wohnungs- und obdachlose Menschen.

In den Notunterkünften müssen laut dem Bündnissprecher Joachim Barloschky in der Regel zwei Menschen in einem Zimmer übernachten.

Rund 600 Menschen in Bremen obdachlos

558 Menschen hätten sich in der vergangenen Woche in den Bremer Notunterkünften aufgehalten, berichtete Barloschky aus einem Gespräch mit der Sozialbehörde. In Bremen gibt es Schätzungen zufolge bis zu 600 obdachlose Menschen. Die Zahl der Wohnungslosen ist weitaus höher. Aus Sicht der Sozialbehörde sei Bremen gut auf die kalte Jahreszeit vorbereitet: Wer einen Anspruch anmelde, werde auch untergebracht, erklärte Behördensprecher Bernd Schneider kürzlich dem Evangelischen Pressedienst.

Die Zahl der Betten passt sich dem Bedarf an.

Bernd Schneider, Sozialbehördensprecher

Obdachlose können sich in Bussen und Bahnen aufwärmen

Wohnungs- und obdachlose Männer und Frauen können außerdem auch während der Corona-Pandemie weiterhin kostenlos in Bussen und Bahnen der BSAG mitfahren, um sich aufzuwärmen, ergänzte Barloschky. Das Bremer Straßenbahn- und Busunternehmen habe das entsprechende Angebot bis Ende Februar verlängert. Die dafür notwendigen medizinischen Masken werden in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe kostenlos verteilt.

Die Notschlafplätze werden Barloschky zufolge über die Träger der Wohnungslosenhilfe und über die Zentrale Fachstelle Wohnen in Bahnhofsnähe vermittelt. Dazu gehören auch Quartiere in Pensionen und einfachen Hotels.

Wie sich Armut durch Corona verändert

Video vom 29. Januar 2021
Ein Obdachloser sitzt auf dem Bode vor dem Bremer Hauptbahnhof.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. Februar 2021, 23:30 Uhr