Das große Flattern in Bremen: Schmetterlinge in der Botanika

Rund 60 exotische Schmetterlingsarten bevölkern wieder den gläsernen Indoor-Dschungel in der Bremer Vahr. Mit dabei: ein ganz besonderer "Überflieger".

Ein Monarchfalter sitzt auf einer Pflanze.
"Die lange Reise der Monarchenfalter" heißt die aktuelle Schmetterlingsausstellung in der Bremer Botanika. Bild: Botanika Bremen | M. Meyer

Zugvögel kennt man, aber Zug-Schmetterlinge? Eine Strecke von rund 4.000 Kilometern legt der Monarchenfalter auf seiner Reise von Südost-Kanada nach Mittelmexiko zurück, um dort zu überwintern. Für so ein kleines Tier ist das eine enorme Leistung. Zum Vergleich: Auf solche Distanzen kommen hierzulande auch Graugänse, Kraniche und Kormorane. Besucher der Botanika erkennen den Wanderfalter in der neuen Schmetterlingsausstellung an seiner auffälligen orange-schwarzen Zeichnung.

Vom tropischen Exot zum heimischen Zitronenfalter

Unter den rund 700 Schmetterlingen der neuen Schau finden sich alte Bekannte, aber insbesondere auch Falter aus allen Ecken der Welt. Ein besonderer Hingucker ist wieder der große Atlasfalter mit seiner 30 Zentimeter langen Flügelspannweite. Oder der sogenannte Waldgeist, dessen Flügel nahezu durchsichtig sind. Besonders schön ist der Himmelsfalter, der mit seinen blau-changierenden Flügeln oftmals aus der bunten Masse hervorsticht.

Da tropische Schmetterlinge nur knapp drei Wochen leben, sind nicht immer alle Arten zu bestaunen. Doch die gute Nachricht ist: Der Nachwuchs wartet schon in der sogenannten "Puppenstube". Neue Raupen verpuppen sich und mit etwas Glück kann man Zeuge des sogenannten Schlupf der filigranen Falter in den Morgenstunden werden.

Falter kommen per Post

Ein blauer Segler sitzt auf grünen Blättern.
Der "blauen Segler" kommt ursprünglich aus Indien und dem südostasiatischen Raum. Bild: Botanika Bremen | M. Meyer

Die Botanika bekommt ihre Schmetterlinge von zertifizierten Schmetterlingsfarmen. Diese versenden die verpuppten Raupen per Post, denn in dieser Entwicklungsphase sind sie am robustesten. In Bremen angekommen werden sie in die etwa 30 Grad warmen Puppenkästen gelegt, wodurch der Schlupf angeregt wird.

Auch heimischen Falter zeigt die Botanika. Auch um damit auf sie aufmerksam zu machen, damit man sie in freier Wildbahn besser erkennt: In Bremen und umzu gibt es noch immerhin etwa 120 Tagfalterarten wie den Admiral, das Tagpfauenauge und den Distelfalter. Nicht zu vergessen auch die 3.500 Nachtfalterarten, die oft als Motten bezeichnet werden, aber auch zu den Schmetterlingen gehören. Wer Schmetterlinge in den eigenen Garten locken möchte, dem rät Sylvia Schuchardt von der Botanika, eine eigene "Puppenstube" einzurichten, indem man einfach eine Ecke gezielt verwildern lässt, möglichst mit Brennnesseln.

Buntes Treiben bis zum Februar

Die Botanika-Ausstellung dauert bis zum 21. Februar 2021. Aufgrund der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen gelten auch innerhalb der Botanika Abstandsregel und Maskenpflicht. Eine Voranmeldung ist nicht Pflicht, doch kann es ohne zu Wartezeiten kommen.

Autorin

  • Rena Lossau

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 1. Juni 2020, 18:15 Uhr