Bombe in der Bremer Überseestadt entschärft

  • Sprengmeister entschärft Weltkriegsbombe in Bremen
  • Blindgänger war auf Baustelle am Löwenhof gefunden worden
  • Verkehrbehinderungen nach Sperrung der Stephanibrücke

Bombenfund in der Überseestadt

Eine Fliegerbombe, die freigelegt wurde

Gegen 14:30 Uhr wurde in der Bremer Überseestadt ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Er war am Vortag auf einer Baustelle gefunden worden. Die britische Fliegerbombe stammt aus dem Jahre 1943 und wiegt zehn Zentner. 24 Minuten hat es gedauert, bis die Bombe unschädlich gemacht war. Rund 1.000 Menschen hatten zuvor ihre Wohnungen und Arbeitsplätze in einem Umkreis von 400 Metern um den Fundort verlassen.

Ein Stadtplan zeigt den Fundort einer Bombe in der Bremer Überseestadt.
Der Bereich innerhalb des roten Kreises in der Überseestadt war zur Sicherheit geräumt worden. Für den Bereich bis zum grünen Kreis galt luftschutzmäßiges Verhalten. Bild: Polizei Bremen

Das Gebiet war seit 11:30 Uhr in einem Radius von 400 Metern geräumt worden. Auch die Bundesstraße 75, die Stephanibrücke über die Weser und die Bahnstrecke nach Delmenhorst und Oldenburg waren gesperrt. Die Entschärfung beeinträchtigte auch Bus- und Bahnfahrer: Die Straßenbahnlinien 2, 3 und 10 sowie die Buslinien 20 und 25 fuhren ab 13:30 Uhr nicht mehr durch die Überseestadt. Auf der Baustelle am Löwenhof war bereits im vergangenen September eine Weltkriegsbombe gefunden und entschärft worden.

Sprengmeister Thomas Richter
Sprengmeister Thomas Richter hat die Weltkriegsbombe entschärft.

Die Entschärfung hat Sprengmeister Thomas Richter vorgenommen. Es war die zweite Entschärfung des 37-Jährigen als verantwortlicher Sprengmeister. Den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten immer häufiger Bomben gefunden wurden, wollte er nicht teilen: "Wir haben jedes Jahr in Bremen im Schnitt zehn bis zwölf Sprengbomben, die entschärft werden müssen." Wie häufig Bomben gefunden werden, hängt laut Richter vor allem damit zusammen, wie viel und wo gebaut wird.

Baugleicher Zünder einer Weltkriegsbombe, wie sie in der Lloydstraße gefunden wurde
Das originalgetreue Modell eines Zünders einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Vor der Entschärfung wurde der Zünder aus der Bombe ausgebaut. "Wir sprengen den Zünder vor Ort und bringen die Bombe mit dem Sprengstoff nach Munster, wo dieser vernichtet wird", so Richter. Dafür werde die Bombe mehrfach quer durchgeschnitten. Der Sprengstoff werde dann entfernt und auf einer ganz bestimmten Temperatur verbrannt.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 10. Januar 2018, 15 Uhr