Infografik

Darum hat es in Bremen im vergangenen Jahr so selten geblitzt

Im vergangenen Jahr hat es in Bremen seltener Blitzeinschläge gegeben als gewöhnlich. Nur in Hamburg waren es noch weniger. Ein Meteorologe erklärt die Zusammenhänge.

Bremen ist hinter Hamburg das Bundesland, in dem es im vergangenen Jahr die wenigsten Blitzeinschläge gegeben hat. Der Blitz-Informationsdienst von Siemens verzeichnete 0,53 Blitze pro Quadratkilometer, in Hamburg waren es nur 0,5. In Berlin, wo es die meisten Blitze pro Quadratkilometer gab, waren es 2,16. Mecklenburg-Vorpommern folgte mit einer Blitzdichte von 1,41 auf dem zweiten Platz. Insgesamt ermittelte Siemens mit 329.000 Einschlägen den bisher niedrigsten Stand an Blitzereignissen, rund 26 Prozent weniger als 2018. Bundesweiter Durchschnitt waren demnach 0,9 Einschläge pro Quadratkilometer.

Blitzeinschläge pro Quadratkilometer im Jahr 2019

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Insgesamt liegt Bremen mit wenigen Blitzen im Trend. Insgesamt habe es in Mittel- und Westeuropa besonders wenige Gewitter und Blitzeinschläge gegeben, sagt der Leiter des Blitz-Informationsdienstes, Stephan Thern. Oliver Klein vom Wetterdienst Meteo Group bestätigt den Eindruck, den die Daten vermitteln. Er erklärt die geringe Zahl der Blitzeinschläge in Bremen mit den hohen Temperaturen im vergangenen Jahr. "In Bremen war es letztes Jahr sehr heiß und trocken." Für Gewitter brauche es aber, neben lang anhaltender Hitze, auch Feuchtigkeit. Nur wenn warme und kalte Luftmassen aufeinander treffen, könnten Gewitter und damit auch Blitze entstehen.

An der Ostsee ist es heißer als an der Nordsee

Warum es an der Ostseeküste offenbar häufiger zu Gewittern kommt, erklärt Klein mit der größeren Hitze. Zwischen Flensburg und Greifswald sei es generell heißer, als an der Nordseeküste. Damit sei schon einmal die erste Voraussetzung für Gewitter gegeben. "Außerdem hat es im vergangenen Sommer in Bremen besonders wenig geregnet", sagt Klein und führt damit einen zweiten möglichen Grund an, warum es im vergangenen Jahr in Bremen so selten Blitzeinschläge gab.

Ähnlich – und doch anders – sieht es Klein zufolge in diesem Jahr aus. So habe es auch in den bisherigen Monaten des Jahres 2020 weniger Gewitter und Blitzeinschläge als gewöhnlich gegeben. Das habe aber nicht an der fehlenden Feuchtigkeit gelegen, sondern an den vergleichsweise niedrigen Temperaturen. So habe die Durchschnittstemperatur im Bremer Juli bislang 1,5 Grad unter dem 30-jährigen Mittel gelegen. "Dieser Juli war seit Langem mal wieder zu kühl."

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, Wetter, 27. Juli 2020, 18:13 Uhr