Bremerin will Bio-Schnittblumen salonfähig machen

Lokale, nachhaltige Produkte aus Bremen sind im Trend. Bio-Schnittblumen aber fehlen. Katharina Funk will das ändern – und gibt Tipps, für blühende Gärten.

Blumen stehen in mehreren Vasten vor einem grauen Schrank auf dem Boden
Katharina Funk baut Bio-Blumen im kleinen Stil an.

Ob Bier aus Horn-Lehe oder Honig aus Blumenthal – in Bremen findet man immer mehr Produkte, die in kleinem Stil hergestellt und vor Ort verkauft werden. Zu wissen, wer hinter den Lebensmitteln steht und wie sie produziert werden, ist vielen Menschen wichtig. Was Schnittblumen angeht, ist die Auswahl in Bremen allerdings begrenzt. Durch Katharina Funk könnte sich das jedoch bald ändern.

Frau in der Natur
Blumen in allen Größen und Farben sind die Welt von Katharina Funk. Bild: Katharina Funk

"Ich finde es ist an der Zeit, dass die Bremer endlich die Wahl haben", sagt die 34-Jährige. Egal ob beim Blumenhändler auf dem Markt, dem Floristen um die Ecke oder im Discounter – alle dort angebotenen Schnittblumen stammen vom Großmarkt. Tulpen, Sonnenblumen oder Rosen – das sei letztlich alles Massenware, die noch dazu oft stark belastet sei. "Nicht umsonst arbeiten viele Floristen mit Handschuhen", sagt Funk.

Slow-Flower-Bewegung schwappt nach Bremen

Auf ihrer Eigenlandparzelle pflanzt sie über 100 verschiedene Blumensorten an – nach ökologischen Kriterien. Auf Instagram berichtet sie regelmäßig von ihren Erfahrungen und ab Mai ist Funk mit ihrer Ernte dann auf dem Findorff-Markt vertreten. Slow-Flower nennt sich die Bewegung, der auch sie sich zuordnet. Sie hat in den USA ihren Ursprung und begeistert mittlerweile auch in England die Blumen-Liebhaber. "Im Weißen Haus wird nur noch mit Bio-Blumen dekoriert und ich wette auf der Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry wird es auch nachhaltige Schnittblumen geben", so Funk.

Bunter Garten mit blühenden Bäumen
Einige Gemüsebauern pflanzen zwar Bio-Blumen an, einen echten Bio-Blumenbauern hat Katharina Funk in Bremen aber nicht ausfindig machen können. Bild: Katharina Funk

Was haben Bremer also von dem neuen Slow-Flower-Trend? In jedem Fall eine größere Auswahl, denn viele Blumen überleben den industriellen Blumenhandel und die langen Kühlketten schlicht nicht. Wicken werden braun, Islandmohn fällt auseinander und Levkojen verlieren ihren Duft. Bremer Floristen sind an ihrem Angebot bereits interessiert. Sie will aber auch Interessierte auf ihre Parzelle einladen, um über die Slow-Flower-Bewegung und ihre Blumen zu berichten.

Tipps für die Aussaat

Wer sich über Blumen auf dem eigenen Balkon oder Garten freuen möchte, sollte so bald wie möglich die Samen in die Erde bringen und dabei folgende Punkte beachten.

1 Welche Blumen eignen sich?

Als Schnittblumen besonders geeignet sind immer wiederblühende Sorten wie Cosmea, Löwenmäulchen, Kornblumen, Jungfer im Grünen, Zinnien, Skabiosen oder Dalien. Sie alle kommen mit dem wechselhaften Bremer Wetter prima klar. Ergänzt werden können die bunten Sträuße von buschigen "Füllern". Katharina Funk empfiehlt Zitronenbasilikum, Apfelminze oder Buntschopfsalbei.

2 Wo findet man Saatgut?

In Baumärkten gibt es eine erste Auswahl, oft findet man dort aber nur bunte Mischungen. Wer sich auf einzelne Farben konzentrieren möchte, kann im Internet bei diversen Anbietern Bio-Saatgut kaufen. Katharina Funk bestellt fast ausschließlich in den USA oder England, den Profis der Slow-Flower-Bewegung. Aber auch bei deutschen Anbietern gibt es eine gute Auswahl.

3 Wie schafft man es, dass der Garten ganzjährig blüht?

Die Samen direkt in das Beet zu geben ist zwar möglich. Funk empfiehlt jedoch, die Pflanzen vorzuziehen und erst dann auszupflanzen. "So weiß man genau, wo die Blumen stehen und wundert sich nicht, wenn an manchen Stellen zehn und an anderen gar keine Blumen wachsen." Nach etwa sechs Wochen sollte man ein weiteres Mal Pflanzen vorziehen. So kann man die ganze Saison über neue Blumen nachpflanzen und sich über Blüten bis Mitte Oktober freuen.

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. April 2018, 19:30 Uhr