Infografik

Wo die Alten – und wo die Jungen in Bremen wohnen

Die Bremer sind im Schnitt etwa 43 Jahre alt. Sie gehören zur "Generation X". Viele von ihnen leben in Hemelingen. Doch wer sind die anderen Generationen – und wo wohnen sie?

Der Bremer in der vierten Generation
Generation X, Y oder Z: Es ist nicht immer leicht, zwischen den vielen Begriffen zu unterscheiden.

Weder jung noch alt: Die Bremer Bevölkerung ist eher mittleren Alters. Im Schnitt ist sie etwa 43 Jahre alt. Laut statistischem Landesamt hat sich das Alter in den vergangenen zehn Jahren nur minimal verändert. Allerdings war die Bevölkerung vor 50 Jahren deutlich jünger, und zwar lag der Durchschnitt bei etwa 37 Jahren.

Der Durchschnitts-Bremer gehört heute also der sogenannten Generation X an. Doch wie sieht es in den verschiedenen Stadtteilen aus? Wo wohnen die jüngeren und älteren Generationen in Bremen?

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2017 war der Stadtteil Häfen der jüngste, mit einem Durchschnittsalter von knapp 33 Jahren. Die älteste Bevölkerung hatte hingegen Oberneuland mit 47, gefolgt von Burglesum mit 46 Jahren im Schnitt. Alle anderen Stadtteile lagen im Durchschnitt zwischen 40 und 45 Jahren.

Die meisten Jugendlichen bis 25 Jahre, die generell als Generation Z bezeichnet werden, wohnen in Hemeligen. Es folgen Gröpelingen und die Neustadt. Die älteste Generation, die gerade in Rente geht oder bereits in Ruhestand ist, ist hingegen in Schwachhausen am stärksten präsent, gefolgt von den Stadtteilen Obervieland und Oberneuland.

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Viele 25- bis 39-Jährige wohnen in der Neustadt. Das ist die Generation Y, die auch als Digital Natives bezeichnet wird, weil sie mit den neuen Technologien aufgewachsen ist. Weniger häufig sind sie in den Stadtteilen Häfen und Oberneuland zu finden.

Die meisten Babyboomer, die in den Jahren der starken Geburtsrate zwischen 1955 und 1964 zur Welt kamen, wohnen hingegen in Hemelingen und Osterholz, und selten in den Stadtteilen Oberneuland und Häfen. Die Häfen werden allerdings eher industriell genutzt und sind nur spärlich bewohnt. Vertreter der Generation X, also zwischen 40 und 54 Jahren, findet man hingegen am meisten in Hemelingen, gefolgt von der Neustadt und Gröpelingen.

Die Generationen im Überblick

Wer sind aber die Generationen X, Y und Z genau? Generell wird zwischen sechs oder sieben Kategorien differenziert. Eine eindeutige Abgrenzung von einer Generation zur nächsten ist aber schwer einzuhaltenschließlich handelt es sich um abstrakte Begriffe.

1 Die Traditionalisten

Jahrgang: 1922 bis 1954

Dies ist die Generation der heutigen Rentner (über 65 Jahre). Geboren während oder nach den Weltkriegen, sind sie von den Konflikten geprägt worden. Sei es durch Kriegserlebnisse in jüngeren Jahren, sei es durch den Wiederaufbau in den Jahren darauf. Sie werden als beständig und loyal beschrieben. Ihre Auffassung des Lebens, der Familie und der Geschlechterrollen soll eher traditionell sein. Sie haben ihren Beruf seltener gewechselt und sind sehr spät – wenn überhaupt – mit den neuen Technologien in Berührung gekommen.

2 Die Nachkriegsgeneration

Jahrgang: 1945 bis 1954

Einige Soziologen sprechen für die Generation nach dem Zweiten Weltkrieg von "Nachkriegsgeneration". Diese wurde nicht von der direkten Erfahrung des Krieges gekennzeichnet. Allerdings haben sie den Konflikt durch die Traumata der Eltern und älteren Verwandten indirekt erlebt, und haben daher mit den negativen Folgen zu kämpfen. Sie haben die Jahre der studentischen Revolte und des starken Idealismus meistens miterlebt.

3 Die Babyboomer

Jahrgang: 1955 bis 1964

Das sind die Jahrgänge, die von einer starken Geburtenrate geprägt waren. Tendenziell stimmt das Ende der Generation Babyboomer mit der Einführung der Pille überein. Die Babyboomer, heute zwischen 55 und 64 Jahren alt, sind mit dem Wirtschaftswunder aufgewachsen. Ihnen wird eine starke Karriereorientierung nachgesagt. Der Begriff "Workaholic" wurde offenbar von ihnen geprägt.

4 Generation X

Jahrgang: 1965 bis 1979

Die Generation X, heute zwischen 40 und 54 Jahren alt, ist tendenziell im Wohlstand aufgewachsen, vor allem im Hinblick auf die Lebensbedingungen der früheren Generationen. Sie werden als ehrgeizig und individualistisch beschrieben. Allerdings stellen sie nicht mehr die Arbeit an erste Stelle. Sie arbeiten, um zu leben, und nicht umgekehrt. Sie legen Wert auf ihre Work-Life-Balance.

5 Generation Y (auch: Millennials)

Jahrgang: 1980 bis 1994

Die Generation Y ist zweifelsohne eine der am meisten erforschten Generationen. Auch Millennials genannt, sind sie heute zwischen 25 und 39 Jahre alt. Sie sind meistens nicht mit den neuen Technologien geboren, aber sie haben Internet und Smartphones im Teenager- oder frühen Erwachsenenalter kennengelernt. Einige bezeichnen sie daher als "Digital Natives". Ihnen wird eine starke Freizeitorientierung zugeschrieben. Gleichzeitig suchen sie nach Sinn in ihrer Arbeit. Eine traditionelle Karriere wird dann eher zweitrangig. Millennials sind jedoch tendenziell bereit, Privatleben und Arbeit verschmelzen zu lassen. Sie werden auch Generation Praktikum genannt – obwohl sie so gut gebildet sind wie keine Generation zuvor, haben sie nicht selten prekäre Arbeitsbedingungen erlebt.

6 Generation Z (auch: Generation Youtube)

Jahrgang: ab 1995

Die Generation Z, auch Generation Youtube genannt, befindet sich noch in der Ausbildung oder kommt erst jetzt auf den Arbeitsmarkt. Die U-25 sind mit den neuen Technologien aufgewachsen, daher die Bezeichnung "Digital Natives 2.0". Ein Leben ohne Internet, Smartphones und Laptops ist oft für sie kaum vorstellbar. Sie haben die Wirtschaftskrise miterlebt und die Unsicherheit über die Zukunft gespürt. Sie sind daher realistischer und individualistischer. Ihnen ist eine Trennung vom Privatleben und Arbeit sehr wichtig. Einige Experten behaupten, sie würden sich für Politik – zumindest in ihrer traditionellen Form – wenig interessieren.  

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Februar 2019, 19:30 Uhr