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Perfider "Dreiecksbetrug" im Netz: So fallen Sie nicht darauf rein

Mit immer perfideren Methoden erschleichen Betrüger Waren oder Geld. Auch Bremer sind auf die Masche über die Bezahlplattform Paypal reingefallen.

Ein Computerbildschirm auf dem die Webseite der eBay Kleinanzeigen, auf der ein Paar Schuhe inseriert ist.

Wer im Internet kauft muss vorsichtig sein: Das Netz ist ein Tummelplatz für Betrüger. Viele verlassen sich bei Geschäften im Netz deshalb auf das Bezahlsystem "Paypal". Mit seinem Käufer- und Verkäuferschutz verspricht Paypal Sicherheit, wenn die Ware nicht kommt.

Doch Betrüger im Netz denken sich immer perfidere Methoden aus, wie sie auch via Paypal Käufer und Verkäufer um Geld oder Ware bringen. Neueste Methode der Kriminellen: der sogenannte Dreiecksbetrug. Dabei werden Verkäufer, die Ware bei Ebay-Kleinanzeigen einstellen, um ihr Eigentum gebracht. Und zwar, indem die Betrüger einen Dritten dazu bringen, dem Verkäufer den Kaufpreis zu zahlen – für Dinge, die es gar nicht gibt.

Komplizierter Dreiecksbetrug

Wie genau das funktioniert, lässt sich am besten mit einem fiktiven Beispiel erklären: Peter möchte seine teuren Schuhe verkaufen. Er inseriert sie bei Ebay-Kleinanzeigen für 200 Euro. Daraufhin meldet sich der Betrüger bei Peter per Ebay-Kleinanzeigen-Nachricht: "Ich möchte die Schuhe für 200 Euro kaufen. Zahle per Paypal und hole die Schuhe dann ab." Peter willigt ein.

So funktioniert der "Dreiecksbetrug"

Männchen sind in einer Grafik zu sehen

Sofort bietet der Betrüger bei Ebay-Kleinanzeigen für ebenfalls 200 Euro ein paar Bluetooth-Kopfhörer an – die er in Wirklichkeit gar nicht hat. Lisa möchte die Kopfhörer kaufen. Sie schreibt guten Glaubens den Betrüger an. Die 200 Euro will Lisa per Paypal bezahlen. Der Betrüger gibt Lisa aber die Paypal-Adresse von Peter, bei dem der Betrüger die Schuhe "gekauft" hat. Lisa überweist Peter 200 Euro per Paypal in dem Glauben, damit die Kopfhörer zu bezahlen.

Peter sieht, dass 200 Euro auf seinem Paypal-Konto angekommen sind und glaubt, dass der Betrüger damit die Schuhe bezahlt. Peter übergibt dem Betrüger die Schuhe und der Betrüger verschwindet damit. Wenige Tage später erhält der nichtsahnende Peter eine Nachricht von Lisa: "Ich habe Dir doch 200 Euro überwiesen – wo bleiben meine Kopfhörer?!" Peter muss Lisa das Geld zurück zahlen und hat seine Schuhe verloren.

Betrüger schwer zu identifizieren

Kriminelle, die wie in diesem Fall über die Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen ihre Betrügereien begehen, werden nur sehr selten von der Polizei gefasst. Die Betrüger können sich bei Ebay-Kleinanzeigen nämlich ohne jeden Identitätsnachweis registrieren lassen. Die „Verkaufsgespräche“ mit den Opfern finden dann ohne Rückschlussmöglichkeit auf ihre wirkliche Identität im Ebay-Chatportal statt.

Außerdem müssen aus Datenschutzgründen die Daten aller Gespräche, also auch IP-Adressen von Computern oder Handys, nach sieben Tagen gelöscht werden. Oft weiß das Opfer innerhalb dieses Zeitraumes noch gar nicht, dass es betrogen wurde. Deswegen ist es wichtig, bereits vor und während dem Kauf Sicherheitsmaßnahmen zu ergeifen.

Bei Paypal-Zahlung Ware nur per Post verschicken

Ist eine Paypal-Zahlung vereinbart, sollte die Ware per Post an die Adresse des Käufers verschickt und nicht persönlich übergeben werden. So ist der Käufer durch seine Adresse identifizierbar. Wenn doch eine persönliche Übergabe stattfinden soll, ist eine Bargeldzahlung vor Ort zu empfehlen.

Als weitere Maßnahme sollte nicht nur über den Ebay-Chatraum mit dem Käufer kommuniziert werden, sondern auch per Handy, also zum Beispiel per Anruf oder Messenger. Dann hat der Verkäufer die Handynummer des Käufers, wovor Betrüger zurückschrecken würden.

Käufer sollten auf Bezahlart achten

Käufer können sich am besten durch den Käuferschutz von Paypal vor Betrug schützen. Dieser gilt allerdings nur, wenn man beim Bezahlen mit Paypal die Variante "Geld senden für Waren und Dienstleistungen" angeklickt hat. Schlägt ein Käufer oder Verkäufer vor, für die Bezahlung der Ware "Geld senden an Freunde und Familie" zu nutzen, sollten man dies ablehnen.

Weitere Informationen:

Autor

  • Andreas Neumann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Februar 2019, 19:30 Uhr