Küstenorte begrüßen Regeln für Touristen aus Corona-Hotspots

  • Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf brauchen für Übernachtung ein Attest
  • Beschränkung gilt ab Freitag
  • Bürgermeister begrüßen die Entscheidung
Menschen bei Ebbe am Strand auf Borkum.
Spaziergang am Nordseestrand: Für Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf geht das ab Freitag erst einmal nicht mehr. (Symbolbild) Bild: DPA | Jochen Tack

Landräte und Bürgermeister entlang der niedersächsischen Küste begrüßen das Beherbergungsverbot der Landesregierung. Die hatte gestern beschlossen, das ab dem morgigen Freitag Menschen aus den Landkreisen Gütersloh und Warendorf vorerst keinen Urlaub mehr in Niedersachsen machen dürfen, wenn sie kein Attest vorweisen können, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

Frieslands Landrat Sven Ambrosy ist zufrieden. Somit müssten die Landkreise nicht mehr selbst aktiv werden. Allerdings sei es nicht möglich, jeden Urlauber und Tagesgast zu kontrollieren. Nach Angaben von Reiserechtlern bleiben die Urlauber aber auf den Kosten sitzen. Der Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH, Göran Sell, vermutet, dass viele Fälle vor Gericht landen werden.

Dehoga kritisiert die Regelung

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) reagierte hingegen bestürzt. Erneut habe das Land Regeln aufgestellt, ohne vorher die Wirte und Hoteliers anzuhören, sagt Niedersachsens Dehoga-Vizechefin Birgit Kolb-Binder dem NDR. Jetzt sei es wieder an der Hotelerie, den Gästen abzusagen und sie möglicherweise zu verprellen.

Absagen sind laut Kolb-Binder in vielen Fällen vorab nicht möglich. Wer übers Internet bucht, müsse nicht einmal seinen Heimatort angeben. Die Hoteliers könnten nicht die Aufgaben von Ordnungsamt und Polizei übernehmen, kritisiert Kolb-Binder.

Ministerpräsident Weil verteidigt Beschränkungen

Unterdessen hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die beschlossenen Beschränkungen für Urlauber aus dieser Region verteidigt. "Das sind schon Zahlen, die sprengen die sonstigen Verhältnisse deutlich", sagte der Regierungschef über die hohen Infektionszahlen in den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf.

Für das Land Bremen sind solche Beherbergungsbeschränkungen bislang nicht vorgesehen. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte am Mittwoch erklärt, dass sich Bremen nicht den Beschränkungen einiger anderer Bundesländer anschließen wird. Das führe zu nichts, hatte Bovenschulte in den Hörfunkwellen von Radio Bremen erklärt.

Keine Reisebeschränkungen für Menschen aus Gütersloh und Warendorf

Audio vom 24. Juni 2020
Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei der Pressekonferenz
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 25. Juni 2020, 11 Uhr