Meinungsmelder

Meinungsmelder: Großteil der Befragten will Corona-Warn-App nutzen

Nun ist die Corona-Warn-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten an den Start gegangen. Fast zwei Drittel der Radio Bremen Meinungsmelder wollen sie herunterladen.

Video vom 16. Juni 2020
Sebastian Manz mitten in der Bremer Innenstadt am Handy, um ihn herum mehrere Menschen.

Das Nachverfolgen von Kontaktpersonen bei einem Corona-Fall spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Virus. Um dabei mitzuhelfen kann nun jeder eine App auf sein Smartphone herunterladen, die ihn informiert, wenn in seinem Umfeld eine Person positiv getestet wurde.

Doch der Weg zu diesem Schritt war nicht einfach: Lange wurde zum Beispiel über Datenschutzfragen diskutiert. Dieser Punkt hat auch viele Radio Bremen Meinungsmelder beschäftigt. Trotzdem ist ein Großteil von ihnen aber überzeugt, dass die Corona-Warn-App generell für den Kampf gegen das Virus sinnvoll ist. Genau genommen sind 72 Prozent der 1.122 Befragten dieser Meinung. 21 Prozent finden die App dagegen eher nicht oder gar nicht sinnvoll.

Meinungsmelder: App generell sinnvoll

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Einige Meinungsmelder haben zudem zusätzliche Bedenken geäußert – unter anderem die Frage, ob solch eine App doch nur dann sinnvoll ist, wenn tatsächlich alle sie nutzen. Auch wurde vermutet, dass die Veröffentlichung der App wohl zu spät kommt.

Eine anfangs verwirrende Diskussion, eine lange Entwicklungszeit und jetzt eine App, die nur auf neuen Betriebssystemen läuft. Viele ältere User wechseln nicht oft Ihr Smartphone und bleiben jetzt als Risikogruppe außen vor!

Ein 73-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Dass es noch Zweifel gibt, zeigen auch die Antworten auf die Frage, ob die Meinungsmelder die App auf ihrem eigenen Smartphone installieren werden. Nur 61 Prozent haben diese Frage mit "Ja" beantwortet. 33 Prozent haben sich dagegen ausgesprochen, während sechs Prozent der Befragten noch unentschieden sind oder keine Angaben gemacht haben.

Knapp zwei Drittel wollen App installieren

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Während einige Meinungsmelder ihre Sorge über den Datenschutz ausgedrückt haben, haben andere ihr Vertrauen in den Schutz bekundet. Auch wolle man "bei so einer wichtigen Sache" mithelfen, deswegen sei "die Nutzung der App eine Selbstverständlichkeit", so ein Meinungsmelder.

[…] Die Diskussion über den Datenschutz kann ich nicht nachvollziehen. Die Leute posten ihre privatesten Daten auf Whatsapp, facebook etc und regen sich über diese App auf.

Eine 49-jährige Meinungsmelderin aus Bremen

Bundesdatenschutzbeauftragter: Kein Grund gegen eine Installation

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sagte, er sehe keinen Grund, der gegen eine Installation der App spreche. "Aber es gibt noch Schwachstellen." Vor allem stört er sich an einem Verfahren, bei dem Nutzer eine TAN-Nummer von einer Telefon-Hotline bekommen, um positive Testergebnisse in der App einzutragen. In keinem Fall sei es zulässig, dass Dritte Einblick in die App fordern, sagte Kelber.

Die Corona-App misst, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich freiwillig – auch ohne Symptome – auf Kassenkosten testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur jeweils auf den Smartphones.

Weitere Informationen:

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Juni 2020, 19:30 Uhr