Bremen droht wochenlanges Verkehrschaos

Die BSAG erneuert ihre Gleise am Hauptbahnhof, und Am Stern wird parallel dazu auch weitergebaut: Die Bremer brauchen in den kommenden Wochen gute Nerven.

Verkehrszeichen vor dem Bremer Hauptbahnhof: Einfahrt Verboten, Vorsicht Stau und Vorsicht Bauarbeiten (Bildmontage).
Bis zum 10. September wird die BSAG vor dem Hauptbahnhof die Gleise erneuern. Bild: DPA | Klaus Nowottnick, Montage Radio Bremen

In wenigen Tagen geht in der Bremer City nicht mehr allzu viel: Die BSAG erneuert ab nächsten Donnerstag, 22. Juni, die Gleise am Hauptbahnhof. Die Bauarbeiten sollen elf Wochen dauern. In dieser Zeit werden 1.850 Meter Gleise erneuert, ein modernes Blindenleitsystem eingebaut und die Bahnsteige modernisiert. 4,5 Millionen soll das alles kosten. Für die Bauarbeiten müssen Haltestellen verlegt und Straßen gesperrt werden. Die Folge: Es ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.

Das ist geplant

Die Bauarbeiten am Hauptbahnhof werden in zwei Bauphasen geteilt. Die erste startet pünktlich zu Beginn des Ferienfahrplans am 22. Juni und endet am 28. Juli. In diesem Zeitraum wird auf dem Bahnhofsvorplatz, An der Weide und im Gustav-Deetjen-Tunnel gearbeitet, es kommt zu Sperrungen.

Die zweite Bauphase beginnt am 29. Juli und läuft bis zum 10. September. Die Sperrungen An der Weide und im Tunnelbereich sind nun aufgehoben, dafür wird nun die Bahnhofstraße teilweise für den Autoverkehr gesperrt. An vier sogenannten Power-Wochenenden werden die Bauarbeiter zusätzlich rund um die Uhr arbeiten.

Sperrungen im City-Bereich

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Hollerallee

Sperrung in beiden Richtungen vom 21. Juni bis 18. Juli

Streckenverlauf
  • Start: 53.090355°, 8.8136047°
  • Punkt 2: 53.089537°, 8.8145811°
  • Punkt 3: 53.089198°, 8.8150370°
  • Punkt 4: 53.088921°, 8.8153643°
  • Punkt 5: 53.088670°, 8.8158202°
  • Punkt 6: 53.088390°, 8.8163942°
  • Punkt 7: 53.088071°, 8.8170326°
  • Punkt 8: 53.087636°, 8.8179606°
  • Punkt 9: 53.087391°, 8.8184327°
  • Punkt 10: 53.086550°, 8.8201654°
  • Punkt 11: 53.086470°, 8.8203532°
  • Punkt 12: 53.086064°, 8.8211900°
  • Punkt 13: 53.085526°, 8.8222951°
  • Punkt 14: 53.085004°, 8.8233680°
  • Ende: 53.084494°, 8.8244248°

Parkallee

Einspurige Sperrung vom 21. Juni bis 18. Juli

Streckenverlauf
  • Start: 53.084583°, 8.8249864°
  • Punkt 2: 53.084590°, 8.8250896°
  • Punkt 3: 53.084636°, 8.8252117°
  • Punkt 4: 53.084755°, 8.8253994°
  • Punkt 5: 53.084904°, 8.8255824°
  • Ende: 53.084942°, 8.8256305°

Hermann-Böse-Straße

Einspurige Sperrung vom 21. Juni bis 18. Juli

Streckenverlauf
  • Start: 53.084292°, 8.8216749°
  • Punkt 2: 53.084325°, 8.8222018°
  • Punkt 3: 53.084353°, 8.8227183°
  • Punkt 4: 53.084369°, 8.8231152°
  • Punkt 5: 53.084381°, 8.8235337°
  • Punkt 6: 53.084389°, 8.8238555°
  • Ende: 53.084390°, 8.8244000°

Parkallee

Einspurige Sperrung vom 21. Juni bis 18. Juli

Streckenverlauf
  • Start: 53.083455°, 8.8237791°
  • Punkt 2: 53.083813°, 8.8242568°
  • Punkt 3: 53.083979°, 8.8244788°
  • Punkt 4: 53.084099°, 8.8246558°
  • Ende: 53.084143°, 8.8247457°

So werden die Haltestellen modernisiert

  • Schneller umsteigen: Die Fahrzeuge halten künftig näher beieinander. Im Bereich An der Weide und Gustav-Deetjen-Allee wird es eine neue Querung geben.
  • Weniger Lärm: Dank moderner Schienen sollen Lärm und Erschütterungen minimiert werden.
  • Tickets ziehen: An den Unterständen werden mehrere Ticketautomaten aufgestellt.
  • Veränderte Bahnsteige: Die Unterstände werden modernisiert und umgesetzt, neue Papierkörbe aufgestellt.

Mit diesem Einschränkungen müssen Sie rechnen

In der ersten Bauphase fahren die Straßenbahnen wie gehabt, die Busse werden aber allesamt sechs Ersatzhaltestellen anfahren und wegen der Sperrung, zum Beispiel des Gustav-Deetjen-Tunnels, auch Umleitungen fahren. Entsprechend ist mit längeren Fahrtzeiten zu rechnen. Auch die Wege zwischen den Haltestellen sind deutlich weiter. In der zweiten Bauphase sind die Umleitungen wieder aufgehoben, aber die Ersatzhaltestellen für Busse bleiben bestehen. Während der vier Power-Wochenenden fahren keine Straßenbahnen über den Hauptbahnhof. Sie werden über die Domsheide umgeleitet oder mit Bussen ersetzt. Die übrigen Buslinien fahen wie gehabt ihre Umleitungen.

Ersatzhaltestellen während der Bauphase

Grafik: Busersatzverkehr während der Baustelle am Hauptbahnhof.

Autofahrer müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen. Der Gustav-Deetjen-Tunnel ist während der ersten Bauphase gesperrt, ebenso ein Teilbereich der Straße An der Weide stadteinwärts. Beide Straßen werden von Baufahrzeugen blockiert. Da die Straße An der Weide derzeit von vielen Autofahrern genutzt wird, um die Baustelle Am Stern zu umfahren, wird es hier nun richtig eng. Für Fußgänger und Fahrradfahrer sind übrigens auch die gesperrten Bereiche weiter zugänglich.

So beeinflusst die Baustelle Am Stern die Situation

Eine zentrale Ausweichroute für Autofahrer, die die Baustelle umfahren wollten, war bislang die Straße An der Weide. Diese wird nun zumindest stadteinwärts für mehrere Wochen gesperrt. Dadurch wird sich die Situation für Autofahrer verschärfen.

Das raten Verkehrsexperten

Wer nicht zufällig mehrere Wochen im Urlaub ist, wird in den kommenden Monaten zumindest als Autofahrer viel Geduld mitbringen müssen. "Wir raten Fahrgästen dazu, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern sich gut zu informieren", sagt Andreas Holling, Sprecher der BSAG. Eine Option wäre es auch, auf das Fahrrad umzusteigen, so Albrecht Genzel vom ADFC. "In den Baustellenbereichen könnte es hier und da ein wenig holprig sein, vielleicht muss man auch mal absteigen", sagt er. "Aber gerade auf gesperrten Straßen lässt es sich autofrei recht angenehm fahren."

  • Tanja Krämer

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 15. Juni 2017, 14:10 Uhr