Bahn schränkt Regionalverkehr ein – Ticketkontrolle entfällt

  • Wegen der Coronakrise fahren laut Deutscher Bahn immer weniger Menschen Zug
  • Bahn schränkt Angebot aufgrund von Nachfragen von Bundesländern ein
  • Zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern werden keine Tickets mehr kontrolliert
Ein Schaffner steht neben einem Regionalexpress.
Im Regionalverkehr der deutschen Bahn wird die Zahl der Züge reduziert. Bild: DPA | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Die Deutsche Bahn will in der kommenden Woche ihren Regionalverkehr wegen des Corona-Virus deutlich einschränken. Damit werde auf die geringe Zahl der Fahrgäste reagiert. Inwieweit der Regionalverkehr in Bremen und Niedersachsen betroffen ist, prüfe die Bahn derzeit, so eine Sprecherin gegenüber buten un binnen. Außerdem sollen in den Regionalzügen bis auf Weiteres keine Fahrkarten kontrolliert werden – zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern.

Bahn: Entscheidung über veränderte Fahrpläne treffen Besteller

Die Bahn erläuterte, man reduziere das Angebot nicht von sich aus. Das Unternehmen sei von einzelnen Aufgabenträgern angesprochen worden, sich mit möglichen Angebotseinschränkungen auseinanderzusetzen. "Die Entscheidung über die veränderten Fahrpläne treffen am Ende die Besteller", fügte ein Sprecher hinzu. Das sind im Bahn-Regionalverkehr die Bundesländer oder Verkehrsverbünde.

Damit blieb zunächst unklar, wo möglicherweise Züge gestrichen werden und in welchem Umfang. Die Deutsche Bahn stellte fest, Ziel der Aufgabenträger und der Bahnbetreiber sei es, "mit verlässlichen Leistungen eine stabile Versorgung zu gewährleisten und die Mobilität in Deutschland aufrechtzuerhalten"

Kulanzregelungen bei der Bahn

Die Bahn erweitert wegen der außergewöhnliche Lage auch die Möglichkeiten für die Kunden, ihre Reise zu verschieben oder zu stornieren. "Die Kulanzregelungen gelten in den kommenden Wochen, deshalb ist es nicht erforderlich, sich unverzüglich zu melden", betonte das Unternehmen. Erstattungen könnten auch noch nach dem gebuchten Reisetag eingereicht werden. Für alle bis zum 13. März erworbenen Tickets mit Reisedaten zwischen 13. März und 30. April könnten Fahrgäste ihre Fahrt verschieben und den Fahrschein bis zum 30. Juni flexibel für die gebuchte Strecke nutzen. Bei den rabattierten Sparpreisen und Supersparpreisen ist die Zugbindung aufgehoben.

Möglich ist nach Angaben der Bahn auch eine Umwandlung in Reisegutscheine: Bis zum 13. März erworbene Tickets für Reisen bis 30. April können demnach kostenfrei in einen Reisegutschein umgewandelt werden. Dies gelte auch für Sparpreise und Supersparpreise. Anträge zur Umwandlung in einen Reisegutschein könnten auch noch nach dem gebuchten Reisetag abgeschickt werden.

Wie das Corona-Virus das öffentliche Leben lahmlegt

Video vom 12. März 2020
Ein Schild auf dem steht "abgesagt".

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 15. März 2020, 14 Uhr