Warum viele Bahnkunden im Regionalverkehr zu viel zahlen

  • Seit Januar gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuer-Satz von sieben statt 19 Prozent
  • Einige Nahverkehrs-Betriebe kommen aber mit der Umsetzung nicht hinterher
  • Verbund "Niedersachsen-Tarif": Umstellung kann noch Monate dauern
Sehr viele Menschen steigen in einen Zug ein.
Vor allem Berufspendler mit längeren Fahrten trifft das Problem der Ticketpreise. Bild: DPA | Matthias Balk

Bahnkunden zahlen für ihre Fahrkarten im Regionalverkehr seit Anfang des Jahres teilweise deutlich zu viel Geld. Ab einer Strecke von 50 Kilometern müssten sie nach dem neuen Klimapaket der Bundesregierung eigentlich nur noch sieben Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Bei einigen privaten Anbietern sind es aber noch immer 19 Prozent, was Pendler besonders trifft. Das hat der Verkehrsverbund "Niedersachsen-Tarif" in Hannover bestätigt. Der Verbund erklärte auf Nachfrage, die Mehrwertsteuer sei kurzfristig gesenkt worden. Die Nahverkehrsunternehmen hätten das noch nicht umsetzen können.

In den Verkehrs-Verbünden müssten sich viele Firmen und Dienstleister miteinander abstimmen. Es könne deshalb noch Monate dauern, bis die gesenkten Preise an die Kunden weitergegeben werden. Der Fahrgastverband Pro Bahn findet das inakzeptabel. Ein Sprecher sagte, es sei zwar nachvollziehbar, dass die Neuregelung nicht innerhalb weniger Tage umgesetzt werden könne. Doch spätestens Ende Februar müssten die Preise dann gesenkt werden.


Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 16. Januar 2020, 8 Uhr