DGB-Jugend will Azubi-Misere in Bremen mit 1-Euro-Tickets bekämpfen

  • Auszubildende sollen für einen Euro pro Tag Bus und Bahn fahren dürfen
  • Viele Azubis zahlen laut Umfrage bislang mehr als 10 Euro für Arbeitsweg
  • Auch Betriebe sollen von günstigeren Tickets profitieren
BSAG-Fahrkartenentwerter
Geht es nach dem DGB, fahren Azubis in Bremen künftig günstiger Bus und Bahn.

Auszubildende sollen künftig für einen Euro pro Tag den öffentlichen Nahverkehr in Bremen und Niedersachsen nutzen können – das fordert der regionale Jugendverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Während sich Auszubildende ihren Betrieb noch aussuchen können, wird die Berufsschule zugewiesen. Wie die Azubis dorthin kommen, interessiert dann aber niemanden mehr.

DGB-Abteilungsleiterin Ute Neumann

Einer Online-Umfrage des DGB unter 812 Azubis aus der Region zufolge zahlt aktuell fast jeder Dritte (31 Prozent) mehr als 10 Euro täglich für den Weg zur Berufsschule. 88 Prozent der Befragten waren für ein 1-Euro-Tagesticket – und das, obwohl 57 Prozent angaben, derzeit ein Auto für die Fahrten zu nutzen.

Nach Vorstellung des DGB soll das Tagesticket nicht für jeden Azubi verpflichtend, sondern auf Anfrage verfügbar sein. Gelten soll es in Straßenbahnen, Bussen und allen Regionalzügen. Die Förderung des Nahverkehrs schone aber nicht nur den Geldbeutel der Azubis, sondern könne auch helfen, den Ausbildungsmarkt in der Region zu stärken und junge Fachkräfte zu halten, teilte der DGB mit. Denn Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin, Brandenburg und Thüringen haben bereits ein Azubi-Ticket. Und die Betriebe in Niedersachsen und Bremen müssen mittlerweile um geeignete Auszubildende kämpfen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 30. Juli 2019, 23:30 Uhr