Fragen & Antworten

Warum sich ein Autoversicherungs-Wechsel für Bremer jetzt lohnen kann

Stichtag zum Wechseln der KfZ-Versicherung Symbolbild mit Modellauto und Kalender
Bis zum 30. November dürfen Kfz-Versicherungskunden ordnungsgemäß kündigen. (Symbolbild) Bild: DPA | CHROMORANGE, Udo Herrmann

Benzin, Heizung oder Bier: Vieles wird teurer. Doch bei Kfz-Versicherungen könnten Bremer und Bremerhavener künftig sparen. Wir erklären, worauf beim Wechsel zu achten ist.

Die Corona-Pandemie hat die Preise in vielen Bereichen hochgetrieben. In vielen, doch nicht in allen. Eine Ausnahme bilden offenbar die Autoversicherungen: Nach Berechnungen von Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 sind die Kosten für eine neue Kfz-Versicherung gesunken. Je nach Tarif zwischen drei und acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagt beispielsweise Verivox.

Weitere Senkungen könnten im Laufe der nächsten Wochen kommen. Denn bis Ende November dürfen Autofahrer und -fahrerinnen fristgerecht für das kommende Jahr den Anbieter wechseln. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten.

Werden alle Autoversicherungen günstiger?
Nicht unbedingt. Check24 hat im September einen Durchschnitt von 286 Euro für den Haftpflichtbeitrag errechnet, das wären 12 Prozent weniger als im Juli und sechs Prozent weniger als im September letzten Jahres. Verivox gibt unterschiedliche Senkungen je nach Preissegment und Art der Versicherung an. Diese Werte und Trends sind aber nicht unbedingt auf alle Kfz-Versicherungen übertragbar. Wie lange die Niedrigpreise anhalten sollen, ist ebenfalls noch unklar. Wichtig ist, vor einem eventuellen Anbieterwechsel die verschiedenen Tarife und Konditionen zu vergleichen und sich gegebenenfalls beraten zu lassen.
Wieso sinken die Beiträge?
Die Experten gehen von einem verzögerten "Corona-Effekt" aus. "Die Menschen sind teilweise weniger gefahren, vor allem während des Lockdowns, daher sind weniger Schäden passiert", erklärt Christian Buric, Sprecher des Automobilclubs ADAC. Die Versicherungen müssten weniger bezahlen und viele seien günstiger geworden. Eine Preissenkung in dieser Jahreszeit ist allerdings kein ganz neues Phänomen: Gegen Jahresende versuchen viele Anbieter, durch günstigere Beiträge neue Kunden anzulocken.
Worauf sollte man achten, wenn man den Anbieter wechseln möchte?
Roland Stecher, Finanzberater der Verbraucherzentrale Bremen, empfiehlt, alle möglichen Aspekte der Dienstleistung in Betracht zu ziehen. "Was habe ich momentan? Was will ich in Zukunft haben? Wer soll den Wagen fahren? Und so weiter." Dabei sei nicht nur der Preis relevant, sondern auch der Service. "Die Erreichbarkeit des Anbieters ist ebenfalls wichtig", sagt er. Auch eine lokale Versicherung könne manchmal interessant sein. Außerdem sollte man auf eventuelle Zusatzleistungen achten, die man nicht unbedingt braucht und im Vertrag bereits mit eingeschlossen sein könnten.
Hat man dafür nur bis Ende November Zeit?
Wer fristgerecht zum Jahreswechsel kündigen möchte, hat bis zum 30. November Zeit. Wenn aber der Versicherungsanbieter die Prämie erhöht, ist eine Sonderkündigung auch später möglich, wie Finanzexperte Stecher bestätigt.
Welche Aspekte sind bei einer neuen Autoversicherung besonders wichtig?
Der ADAC weist daraufhin, dass die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung bei 100 Millionen Euro für Sachschäden und 15 Millionen Euro je geschädigte Person liegen sollte. Der Schutz sollte auch bei grober Fahrlässigkeit uneingeschränkt gelten. Bei Unfällen ist es ratsam, dass Kollisionen mit Tieren aller Art abgedeckt sind. Und wer viel im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, könnte auf einen europaweiten, erhöhten Schutz für Mietwagenschäden achten.
Auch sei empfehlenswert, so der ADAC, dass die Fahrleistung, also die tatsächlich gefahrenen Kilometer, regelmäßig überprüft wird. Wer weniger fährt, bezahlt unter Umständen weniger. Die Experten raten zudem, auf eine eventuelle Werkstattbindung zu achten. Wer eine Partnerwerkstatt des Versicherungsunternehmens wählt, kann eventuell einen niedrigeren Tarif bekommen, solche Betriebe befinden sich aber manchmal weit weg vom Wohnort.
Gibt es auch ohne Anbieterwechsel die Möglichkeit, Geld zu sparen oder zurückzubekommen?
Ein Anbieterwechsel ist per se keine Garantie für einen günstigeren Preis. Experten raten dazu, verschiedene Tarife und Dienstleister zu vergleichen und gegebenenfalls mit dem eigenen zu reden. Denn manchmal können schon Änderungen am bereits bestehenden Vertrag oder Tarif zu niedrigeren Kosten führen.

Die Option zwischen Voll- und Teilkasko sowie die Höhe der Selbstbeteiligung können eine Rolle bei der Prämie spielen. Um die beste Wahl zu treffen, sollte man mehrere Faktoren in Betracht ziehen – zum Beispiel das Alter des Fahrzeugs. Und wer weniger fährt, kann eventuell in eine günstigere Klasse übergehen. Wenn jemand deutlich weniger gefahren ist als ursprünglich angegeben, zum Beispiel jetzt in der Pandemie, sollte er sich also bei der eigenen Versicherung melden. Es sei manchmal möglich, Geld zurückzubekommen, erläutert Buric. Ein allgemeiner Anspruch auf die Rückerstattung besteht allerdings nicht. "Aber es ist auf jeden Fall gut, mit der Versicherung zu sprechen und die Veränderungen im Mobilitätsverhalten zu schildern."

Bremen hat die höchsten Spritpreise deutschlands

Audio vom 19. Oktober 2021
Eine Hand hält eine Tankpistole in den Zapfstutzen ihres Autos.
Bild: DPA | imageBROKER
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Autorin

  • Serena Bilanceri Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 21. Oktober 2021, 23:30 Uhr