Das ist neu: 5 Fakten zum Auswandererhaus in Bremerhaven

Video vom 24. Juni 2021
Blick auf ein weißes Gebäude.
Bild: Deutsches Auswandererhaus | Werner Huthmacher
Bild: Deutsches Auswandererhaus | Werner Huthmacher

15 Millionen Euro sind in die Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven geflossen. Es gilt als eines der meistbesuchten Museen Deutschlands.

Monatelang war das Auswandererhaus wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Währenddessen ist nicht nur die Dauerausstellung erneuert worden, sondern auch das Haus vergrößert worden. Am Donnerstag stellte das Museum den Anbau bereits der Presse vor.

1 Das ist neu

Von außen fallen Porträts von 31 Einwanderern oder ihren Nachfahren ins Auge, die die Außenfassade zieren. Innen, im rund 1.300 Quadratmeter großen Anbau, geht es ebenfalls um Einwanderer und ihre Geschichte. Viele von ihnen haben dem Museum persönliche Gegenstände, wie etwa ihren Koffer, den sie damals dabei hatten, zur Verfügung gestellt. Mehr als 400 neue Objekte sind zu sehen. Hinzu kommen mehr als 200 neue Audio- und Videointerviews.

Schaufensterpuppen stellen eine Demonstration nach. Auf einem Plakat ist das Wort "Asyl" zu lesen.
Auch Konflikte rund um Migration bildet die neue Ausstellung ab. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Es gibt sechs neue Ausstellungsräume. Ein Schwerpunkt sind Migrationskonflikte. So geht es im "Saal der Debatten" um Konflikte, die durch Wohnungsnot und kulturelle Unterschiede entstanden sind. Direktorin Simone Blaschka war es wichtig, diese Konflikte abzubilden. Schließlich sei Einwanderung auch heute noch ein hochemotionales Thema.

Wenn wir es schaffen, dass jeder mal sich selber überprüft und sagt: Wie bin ich eigentlich zu dieser Meinung gekommen, die ich habe? Und wie möchte ich denn, dass dieses Land gestaltet wird, dass wir hier zusammenleben können? Das wäre das Hauptziel.

Die Direktorin des Auswandererhauses Bremerhaven, Simone Blaschka, im Studio von buten un binnen.
Simone Blaschka, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses

Das Museum hat außerdem ein Bildungsinstitut zur Museumspädagogik für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ein Institut für Migrationsforschung eingerichtet. Beide sollen unter dem Namen "Academy of Comparative Migration Studies" (ACOMIS) zusammengefasst werden.

2 Eröffnung

Am Sonntag öffnet das Auswandererhaus wieder seine Türen für Besucher. Für einen Besuch muss ein Ticket auf der Homepage des Museums gebucht werden. Einen Tag zuvor wird der Erweiterungsbau offiziell eröffnet.

3 Kosten

Mehr als 15 Millionen Euro haben sich Bund und Land den Erweiterungsbau kosten lassen. Das Grundstück stellt die Stadt Bremerhaven. In das Haupthaus und einen ersten Erweiterungsbau zur Einwanderungsgeschichte wurden bereits rund 25 Millionen Euro investiert, wobei das meiste Geld aus öffentlichen Kassen stammt.

4 Geschichte

Blick auf eine Vitrine, in der eine Puppe und Bücher zu erkennen sind.
Auch neue Erinnerungsstücke erweitern die Ausstellung. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Als das Museum 2005 eröffnet wurde, ging es zunächst nur um das Thema Auswanderung. Das Erlebnismuseum steht nahe der Außenweser an einem historischen Ort: Hier haben zwischen 1830 und 1974 rund 7,2 Millionen Menschen das europäische Festland verlassen, oft als Wirtschaftsflüchtlinge. Sie sahen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr und wollten sich hauptsächlich in den USA eine neue Existenz aufbauen. Vor rund neun Jahren kam der erste Erweiterungsbau dazu. Seitdem erzählt das Museum auch die 300 Jahre alte deutsche Einwanderungsgeschichte. 

5 Bedeutung

Nach Angaben des Berliner Instituts für Museumsforschung zählt das Auswandererhaus zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Seit der Eröffnung am 8. August 2005 kamen eigenen Angaben zufolge mehr als 2,75 Millionen Besucher, nicht wenige aus dem Ausland. Es wurde 2007 als Europas "Museum des Jahres" ausgezeichnet.

So sieht die neue Ausstellung im Bremerhavener Auswandererhaus aus

Video vom 24. Juni 2021
Mehrere Figuren in den neuen Räumen des Auswandererhaus halten Transparente hoch.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Juni 2021, 19:30 Uhr