Fragen & Antworten

Stopp der AstraZeneca-Impfungen: Das müssen Bremer jetzt wissen

Hintergrund des Impf-Stopps sind Berichte über mögliche Nebenwirkungen. Bereits Geimpfte sollen nun auf bestimmte Symptome achten und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.

Video vom 15. März 2021
Der Sprecher des Gesundheitsressorts Lukas Fuhrmann steht in einer blauen Jacke in einem Raum und schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Warum wird vorerst nicht weiter mit AstraZeneca geimpft?
In ganz Deutschland werden die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca vorerst gestoppt. Die Entscheidung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte das Bundesgesundheitsministerium am Montag. Vorausgegangen war eine Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts aufgrund einer "auffälligen Häufungen einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca". Von insgesamt mehr als 1,6 Millionen Menschen, die in Deutschland mit AstraZeneca geimpft wurden, hätten laut Bundesgesundheitsministerium sieben eine Thrombose entwickelt. Drei davon seien tödlich verlaufen, sagt das Paul-Ehrlich-Institut. Daher werden nun weitere Untersuchungen empfohlen.
Was passiert mit bereits geplanten AstraZeneca-Impfungen in Bremen und Bremerhaven?
In der Stadt Bremen können die für den heutigen Dienstag geplanten Impfungen durchgeführt werden, weil die Menschen statt mit dem Wirkstoff von AstraZeneca mit dem von Biontech geimpft werden können. Wie es ab Mittwoch weitergeht, ist noch unklar.

In Bremerhaven hingegen stehen nicht ausreichend Impfdosen von Biontech zur Verfügung. Dort mussten 1.800 Impftermine, für die der Wirkstoff von AstraZeneca vorgesehen war, abgesagt werden. In Bremerhaven sind die noch verfügbaren Biontech-Impfdosen für Zweitimpfungen und für Risikogruppen vorgesehen.
Was sollten Personen beachten, die bereits mit dem Wirkstoff von AstraZeneca geimpft wurden?
Personen, welche bereits eine Erst- oder Zweitimpfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben und seit mehreren Tagen über Unwohlsein, primär starke und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen klagen, sollten sich unverzüglich in ärztlicher Behandlung begeben, rät der ärztliche Leiter des Impfzentrums Bremerhaven Michael Holznagel.
Was passiert mit den angedachten Zweit-Impfungen mit AstraZeneca?
Laut Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, seien zweite Impfungen mit AstraZeneca erstmal kein Problem, da die Termine dafür erst ab 12. April geplant wären. Bis dahin stünde fest, wie mit AstraZeneca weiter verfahren wird. Außerdem sei es auch möglich, mit einem anderen Präparat die Zweitimpfung vorzunehmen.
Wie viele Dosen des Vakzins wurden in Bremen bereits verabreicht?
In Bremen wurden bislang knapp 19.000 Dosen von AstraZeneca verimpft. Laut Magistrat der Stadt Bremerhaven fanden zuletzt pro Tag rund 150 Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff in Bremerhaven statt. Bislang sind keine unerwarteten Impfreaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfungen aufgetreten, so das Bremer Gesundheitsressort.
Wie geht es jetzt weiter?
Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen wird die für Mittwochabend geplante Bund/Länder-Beratung zur weiteren Impfstrategie verschoben werden. das teilte ein Regierungssprecher am Dienstagmorgen mit. Laut Deutscher Presse-Agentur soll wohl die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag zum weiteren Vorgehen bei dem Impfstoff AstraZeneca abgewartet werde.

Bei der Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder sollte es auch um die Frage gehen, wie die Hausärzte flächendeckend in den Impfabläufen berücksichtigt werden können. In den Praxen sollte dabei insbesondere der Impfstoff von Astrazeneca zum Einsatz kommen, da dieser dort auch gelagert werden kann, weil er nicht so stark gekühlt werden muss wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. März 2021, 19:30 Uhr