Folgenschwere Verwechslung von Niere und Milz: Arzt zahlt 30.000 Euro

  • Arzt vom Klinikum Bremen-Mitte akzeptiert Geldstrafe
  • Mediziner hatte einem Patienten Niere statt der Milz entfernt
  • In einem weiteren Verfahren wird es um Schmerzensgeld gehen
Ärzte stehen um einen Operationstisch herum.
Seinen Einspruch gegen die Strafe hat der Arzt zurückgezogen, damit ist das Urteil rechtskräftig. Bild: DPA | Robert Poorten

Im aufsehenerregenden Fall eines Operationsfehlers am Klinikum Bremen-Mitte hat der Arzt jetzt eine Geldstrafe akzeptiert. Das hat das Bremer Amtsgericht mitgeteilt. Ein Arzt hatte seinem Patienten die Niere statt der Milz entfernt. Der verantwortliche Arzt zahlt deswegen 30.000 Euro Strafe. Zunächst hatte er gegen die Strafe Einspruch eingelegt. Diesen Einspruch hat der Mediziner aber nun zurückgezogen, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Wegen einer erblich bedingten Krankheit sollte einem jungen Mann im Oktober 2017 die Milz entfernt werden. Nach der Operation stellte der Pathologe im Klinikum aber fest, dass es sich bei dem entnommenen Organ um eine Niere handelte. Neben der Geldstrafe stehen noch weitere Forderungen im Raum. Der Anwalt des Patienten will nach wie vor von der Bremer Klinikholding Gesundheit Nord und dem Operateur insgesamt rund 640.000 Euro erstreiten. Darin enthalten ist unter anderem ein Schmerzensgeld, das mit 325.000 Euro beziffert wird. Das Verfahren dazu soll im März beginnen.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Januar 2020, 19:30 Uhr