Immer mehr Rentner in Bremen sind arm

  • Zahl der armen oder von Armut bedrohten Renter seit 2007 verdoppelt
  • Anstieg in Bremen stärker als in anderen Ländern
  • Gründe laut Sozialressort: Hohe Zahl der Zeitarbeiter und Lücken im Arbeitsleben
Wenige Cent hält eine alte Frau in ihren Händen.
Immer mehr alte Menschen in Bremen sind arm. (Symbolbild) Bild: DPA | Jens Kalaene

Die Zahl der armen oder von Armut bedrohten Rentner hat sich in Bremen seit 2007 mehr als verdoppelt. Das geht aus der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Studie zur Armutsgefährdung für das vergangene Jahr hervor.

Etwa jeder sechste Rentner beziehungsweise Pensionär in Bremen ist demnach arm oder von Armut gefährdet. Zwar weisen auch Niedersachsen und der Bundesdurchschnitt ähnliche Zahlen auf – aber der Anstieg fiel in Bremen in den vergangenen Jahren deutlich stärker aus. Die Bremer Sozialbehörde erklärt dies unter anderem mit einem hohen Anteil Zeitarbeiter und vielen Menschen, die nicht durchgehend in ihrem Leben beschäftigt waren.

Jüngere haben mehr finanzielle Sorgen

Insgesamt aber haben mehr jüngere Bremer und Bremerhavener finanzielle Sorgen als ältere: Fast 40 Prozent der 18- bis 25-Jährigen sind davon betroffen – Frauen dabei häufiger als Männer. Das größte Armutsrisiko haben unverändert Alleinerziehende und Familien mit drei oder mehr Kindern und Arbeitslose. Und: "Arm trotz Arbeit" betrifft in Bremen jeden Neunten, in Niedersachsen hat dieses Problem nur jeder 13.

Insgesamt ist die Gefahr, arm zu sein oder in Armut abzurutschen, im Bundesland Bremen im deutschlandweiten Vergleich unverändert am größten: fast jeder Vierte ist betroffen. Bayern steht am besten da, Niedersachsen liegt im Mittelfeld. Auffällig ist insgesamt, dass die Armutsgefährdung in ostdeutschen Bundesländern teilweise deutlich zurückgegangen ist.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 25. juli 2019, 13 Uhr