Ariane-Raketen-Produktion in Gefahr?

  • Ariane-Chef stellt Ultimatum
  • Er fordert bis Ende Juni Zusagen für mindestens 7 Starts
  • Auch Produktion in Bremen müsse sonst gestoppt werden
Eine Animation einer Ariane 6 Trägerrakete.
Bild: DPA | David Ducros

Ob die neue Ariane-6-Rakete, die zu einem großen Teil in Bremen produziert wird, eine Zukunft hat, steht weiter in den Sternen. Der Chef der Ariane Group, Alain Charmeau, hat Europas Staaten jetzt ein Ultimatum gestellt. In einem Interview mit Spiegel-Online sagte der Ariane-Chef: "Wir brauchen insgesamt sieben Verträge für garantierte Starts. Bis Ende Juni.“ Ohne die Zusagen müsste die Produktion gestoppt werden, so Charmeau.

Der erste Start einer Ariane-6-Rakete ist für den Juli 2020 geplant. Danach ist noch unklar wie es weitergeht. Bislang liegt offenbar nur eine Bestellung der EU-Kommission für zwei weitere Raketen vor, die Satelliten für das Galileo-Navigationssystem ins All bringen sollen. Das reicht dem Unternehmen aber nicht.

Nach unseren Plänen brauchen wir insgesamt fünf Starts im Jahr 2021 und acht im Jahr 2022. Ein Teil davon muss von den Regierungen oder der EU-Kommission abgenommen werden.

Alain Charmeau im Interview mit Spiegel-Online
Ariane-Chef Alain Charmeau
Der Chef der Ariane-Group, Alain Charmeau. Bild: DPA | Sebastian Kunigkeit

Sollte also bis Ende Juni keine Klarheit herrschen, müsste die Produktion gestoppt werden. Das würde auch den Standort Bremen erheblich treffen. Eigentlich sollten hier ab Oktober jährlich 12 Oberstufen der neuen Trägerrakete entstehen. Die Ariane-Group hatte dafür 40 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte investiert. Etwa 100 Mitarbeiter werden dort eingesetzt.

Das Bremer Werk gilt auch als europäisches Kompetenzzentrum. Hier werden auch neue Technologien erprobt wie etwa die Metallflächen-Reinigung per Laser. Die Ariane-Group beschäftigt in Bremen insgesamt rund 550 Mitarbeiter.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 18. Mai 2018, 15 Uhr