Bremer Clanmitglied nach Flucht 2012 offenbar in der Türkei entdeckt

Die ARD widmet sich in einer TV-Doku den Geschäften krimineller Clans in Deutschland. Der Film zeigt auch: Ein flüchtiges Clanmitglied aus Bremen lebt offenbar in der Türkei.

Zeichnung eines Mannes im Call-Center als nachgestellte Szene des Betrugs mit falschen Polizisten

"Beuteland – Die Millionengeschäfte krimineller Clans" heißt die große ARD-Doku von WDR und rbb, die am Montag im Ersten ausgestrahlt wurde. Darin geht es auch um eine arabisch-kurdische Großfamilie. Sie lebt vor allem in der Türkei, in Bremen, Niedersachsen, dem Ruhrgebiet und in Berlin.

Auch Amar Sun gehört zu dem Clan. 2012 ist er aus einer Zelle am Bremer Landgericht geflohen. Er gilt Ermittlern als Erfinder einer perfiden Betrugsmasche, mit der vor allem ältere Leute abgezockt werden.

Am Telefon geben sich Betrüger als Polizisten aus. Sie behaupten, sie müssten das Vermögen ihrer Opfer vor Einbrecherbanden schützen. Die Opfer sind verängstigt, übergeben Geld und Schmuck an anonyme Abholer. Organisiert wird das Ganze aus Call-Centern in der Türkei. Die Masche läuft seit nunmehr sechs Jahren. Einige Call-Center wurden bereits von der türkischen Polizei ausgehoben.

Die Behörden in Deutschland sprechen von einer Millionenbeute. Friedo de Vries ist Chef des Landeskriminalamtes in Hannover. Im vergangenen Jahr gab es hier über 4000 Anzeigen wegen Call-Center-Betrugs. In einem Verfahren gegen falsche Polizisten konnten die Ermittler den Clan identifizieren. "Dieses Verfahren, es führt nach Bremen am Ende. Weil dort auch eine bekannte Clanfamilie sitzt, die entsprechend mit dem Familiennamen auch bundesweit vertreten ist", so Friedo de Vries.

Jetzt ist Amar Sun, der mutmaßliche Erfinder der falschen Polizisten, wieder aufgetaucht. Im türkischen Izmir, im Restaurant eines Clanmitglieds. Im Herkunftsland ihres Clan scheinen sich die Betrüger vor den deutschen Ermittlern sicher zu fühlen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. November 2019, 19:30 Uhr