Ehemaliger EWE-Vorstand wegen Verdachts auf Untreue angeklagt

  • Oldenburger Staatsanwaltschaft klagt ehemaligen EWE-Vorstand an
  • Auch noch aktives Vorstandsmitglied wird angeklagt
  • Es geht um die mutmaßliche Veruntreuung von EWE-Geldern
Matthias Brückmann, der frühere Chef des Energieanbieters EWE, wartet im Landgericht Oldenburg (Niedersachsen) auf seinen Prozess (Archivbild)
Der ehemalige EWE-Vorstand, Matthias Brückmann, soll wegen Untreue angeklagt werden. (Archivbild) Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Eine umstrittene Spende könnte für den früheren Chef des Energieversorgers EWE, Matthias Brückmann, ein juristisches Nachspiel haben. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft hat Brückmann und einen noch aktiven EWE-Vorstand wegen Untreue angeklagt. Ob es tatsächlich zum Prozess kommt, entscheidet die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Oldenburg. EWE ist der Mutterkonzern des Bremer Energieversorgers SWB. EWE versorgt im Nordwesten Deutschlands und in Brandenburg etwa zwei Millionen Kunden mit Strom, Gas und Telekommunikation. Die nicht börsennotierte AG gehört überwiegend den Städten und Landkreisen im Nordwesten.

Vor drei Jahren war bekannt geworden, dass Brückmann als damaliger EWE-Chef etwa 250.000 Euro aus dem Vermögen der EWE an eine Stiftung der Klitschko-Brüder gespendet hat. Die Umstände dieser Spende sind letztlich umstritten. Brückmann selbst hatte kurz vorher strengere Spenden- und Sponsoring-Regeln bei der EWE eingeführt.

EWE kündigte dem Manager Anfang 2017

Der Streit über diese Spende hatte den großen nordwestdeutschen Energieversorger EWE monatelang beschäftigt und im Februar 2017 zur Abberufung des damaligen Vorstandsvorsitzenden geführt. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte den Finanz- und Prüfungsausschuss des EWE-Aufsichtsrates über die hohe Spende informieren müssen.

Der Manager argumentierte, die Spendenregeln bei EWE seien erst später und mit seiner Mitwirkung verschärft worden. Er ließ diese Auffassung auch in einem eigenen Rechtsgutachten untermauern. Der zweite Beschuldigte, das jetzt noch aktive EWE-Vorstandsmitglied, soll den Zuwendungsbescheid damals mitunterzeichnet haben.

Brückmann und der noch aktive Vorstand haben laut Anklage gewusst, dass diese Spende gegen die Konzernregeln verstoßen würde. Brückmann war bereits 2017 fristlos entlassen worden. Der zweite Beschuldigte ist weiterhin im Amt. Der Aufsichtsrat teilte mit, man wolle das Gerichtsurteil abwarten. Zwischen EWE und dem Manager läuft auch noch ein Zivilverfahren, in dem er auf Unwirksamkeit seiner Kündigung klagt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 14. Januar 2020, 13 Uhr