Mahnwache gegen 16 Jahre Guantanamo

Seit 16 Jahren demonstrieren Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Bremen gegen das Gefangenenlager Guantanamo – bereits seit Eröffnung des Lagers. Anlässlich des 16-jährigen Bestehens hat Amnesty International Bremen eine Mahnwache vor dem Bremer Rathaus abgehalten.

Seit seiner Eröffnung im Januar 2002 steht das Gefangenenlager Guantanamo in der Kritik: Menschenrechtsorganisationen machen über die Jahre hinweg mehrfach auf Menschenrechtsverletzungen, Folter und menschenunwürdige Haftbedingungen aufmerksam.

Auch Amnesty International setzt sich für die Freilassung der aktuell 41 Insassen ein. Anlässlich des 16-jährigen Bestehens des US-amerikanischen Lagers geht die Bremer Abordnung des Vereins auf die Straße, um zu mahnen.

Wir fordern: Entweder Freilassung oder einen fairen, rechtsstaatlichen Prozess.

Erhard Mische, Amnesty International Bremen

Der Fall Murat Kurnaz

Amnesty International hat von Anfang an gegen das US-amerikanische Gefangenenlager demonstriert, sagt Erhard Mische. Der Einsatz des Bremer Verbandes wurde aber durch das Schicksal eines Bremer Insassen entscheidend stärker: "Wir in Bremen sind darauf gestoßen, als Murat Kurnaz in Pakistan verhaftet wurde und nach Guantanamo kam. Seitdem haben wir alle 14 Tage eine Mahnwache zu seiner Freilassung gemacht."

Der in Bremen geborene Murat Kurnaz ist im Jahre 2002, im Zuge der US-Fahndung nach den Verantwortlichen für die Anschläge am 11. September, festgenommen worden. Kurnaz befand sich zu dem Zeitpunkt in Pakistan und wurde von dort nach Guantanamo gebracht. Viereinhalb Jahre saß er in Gefangenschaft, ohne dass Beweise für den ihm entgegengebrachten Terrorverdacht vorgelegt werden konnten. Erst 2006, nach Intervention von Bundeskanzlerin Angela Merkel, kam Kurnaz frei.

Auch nach der Freilassung von Kurnaz hat Amnesty International Bremen die Mahnwachen gegen das Lager auf Kuba fortgesetzt – bis heute.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Januar 2018, 19:30 Uhr