Fragen & Antworten

Darum errichtet Amazon ein Verteilzentrum in Bremen

Welche Pläne hat der Onlinehändler für Bremen? Soll das neue Verteilzentrum das Logistikzentrum in Achim ersetzen? Wir haben direkt bei Amazon nachgefragt.

Mehrere Kisten in einer Verteilungsmaschine bei einem Versandhändler.
Was hat Amazon in Bremen vor?
Der Onlinehändler errichtet im Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ) ein sogenanntes Verteilzentrum. Wie eine Unternehmenssprecherin erklärt, werden an einem solchen Standort die bereits gepackten Pakete für die jeweiligen Routen zusammengestellt und auf die Lieferfahrzeuge verteilt. Gepackt werden die Pakete in den derzeit zwölf Logistikzentren in Deutschland – ein solches plant Amazon in Achim. Bisher gibt es sechs Verteilzentren in Deutschland, zum Beispiel in München, Hamburg und Berlin.
Wer liefert die Paket aus?
Die Auslieferung will Amazon künftig auch von "mittelständischen Unternehmen aus der Region" abwickeln lassen. Das bedeutet, dass man es in Zukunft mit Paketboten von Unternehmen zu tun bekommen könnte, die man bisher gar nicht kennt – oder die es heute noch gar nicht gibt. Laut der Amazon-Sprecherin wird nach solchen Unternehmen für Bremen derzeit noch gesucht. All das bedeute aber nicht, dass man sich von den großen Zustellern, wie etwa DHL, unabhängig machen wolle. Viel mehr gehe es darum, flexiblere Optionen anbieten zu können und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Die zusätzlichen Paketboten sollen vor allem schnelle Lieferungen, noch am Tag der Bestellung oder am Folgetag, übernehmen. Für die hier wachsende Nachfrage braucht Amazon zusätzliche Strukturen.
Wann geht es im neuen Bremer Verteilzentrum los?
Amazon plant, dass das Verteilzentrum im nächsten Herbst, also noch vor dem Weihnachtsgeschäft fertig ist und seinen Betrieb aufnimmt. 130 Mitarbeiter sollen dann im Zentrum arbeiten, weitere rund 400 als Zulieferer. Das Verteilzentrum soll den gesamten Großraum zwischen Bremen und Bremerhaven bedienen. Die neuen Paketboten werden übrigens wohl kein einheitliches Erscheinungsbild haben: Laut der Sprecherin von Amazon, ist es den Unternehmen freigestellt, ob sie ihren eigenen Namen auf die Fahrzeuge und Uniformen drucken, oder den von Amazon.

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Mai 2019, 19:30 Uhr