Fragen & Antworten

"Alex II" kehrt von Marine-Ausbildungsfahrten nach Bremerhaven zurück

Die "Alexander von Humboldt II" ist zurück in ihrem Heimathafen. An Bord: 30 Soldaten auf der letzten Ausbildungsfahrt vor der Rückkehr der "Gorch Fock".

Video vom 25. Februar 2021
Die Alex II läuft in ihren Heimathafen Bremerhaven ein. Sie kommt von einer Ausbildungsfahrt für Marinesoldaten.
Bild: Radio Bremen
Was war da am Donnerstagvormittag in Bremerhaven genau los?
Etliche Schaulustige haben sich bei strahlendem Sonnenschein am Wasser eingefunden, um die "Alexander von Humboldt II" zu Hause zu begrüßen – das Nachfolgeschiff der "Alexander von Humboldt I", das in Bremen an der Schlachte liegt. In Bremerhaven hat der fast 70 Meter lange, grüne Dreimaster nun vorläufig unweit des Zoos am Meer festgemacht. An Bord hatte die "Alex II" eine besondere Besatzung, nämlich 30 Offiziersanwärterinnen und -anwärter der Deutschen Marine.
Mehrere Menschen in blauen Jacken gehen von Bord eines grönen Segelschiffs.
Zum letzten Mal gingen in Bremerhaven Soldatinnen und Soldaten von Bord der "Alex II". Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
Warum hatte die "Alex II" Soldatinnen und Soldaten an Bord?
Normalerweise sind die Kadetten der Deutschen Marine in ihrer Ausbildung mit der "Gorch Fock" unterwegs. Weil das eigentliche Segelschulschiff aber derzeit für viel Geld in der Werft in Bremen liegt, hat man eine Alternative gesucht. Und ist mit der "Alex II" in Bremerhaven fündig geworden. Auf der Bark können normalerweise Laien mit der Crew rausfahren und segeln lernen. Da das derzeit wegen Corona allerdings nicht möglich ist, hat die Marine den Dreimaster genutzt. Auf mehreren zweiwöchigen Fahrten zwischen Kiel und Bremerhaven sind seit letztem Herbst insgesamt 180 Soldatinnen und Soldaten ausgebildet worden.
Mehrere Personen stehen in Reihen vor einem Segelschiff.
Künftig werden die Kadetten wieder auf der "Gorch Fock" ausgebildet. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
Was wurde auf den Ausbildungsfahrten gelehrt?
Auf einem Segelschulschiff lernen die Kadetten die Grundlagen der Seemannschaft und Nautik, sagt Kommandeur Tobias Abry. "In der pursten Anwendung, ganz nah an den Elementen." Das könne den Anwärterinnen und Anwärtern auf einem Kriegsschiff gar nicht beigebracht werden – Segelwerken, Segelsetzen, die Auseinandersetzung mit den Elementen. "Das sind Grundlagen, die sie auch später brauchen, wenn sie mal Kommandant werden", so Abry. Teile der Stammcrew der "Alex II" waren ebenfalls mit, zum Beispiel Kapitän Klaus Ricke. Er sagt, so eine Kälte wie in den letzten Wochen habe er auf offener See noch nicht erlebt. Und Ricke ist immerhin schon 83 Jahre alt. Teilweise sei es diesmal ziemlich gefährlich gewesen, mit der Glätte an Deck.
Wie geht es mit dem eigentlichen Marineschulschiff "Gorch Fock" weiter?
An dem über 60 Jahre alten weißen Segelschulschiff wird noch in der Bremer Lürssen-Werft gewerkelt. Aber die langwierigen und teuren Instandsetzungsarbeiten sind auf der Zielgeraden. Ab Ende Mai soll die "Gorch Fock" wieder bei der Marine sein. Fünfeinhalb Jahre wird die Generalüberholung dann in verschiedenen Werften gedauert und 135 Millionen Euro gekostet haben. Zunächst sollten die Kosten bei zehn Millionen Euro liegen. Ab Sommer sollen die Ausbildungsfahrten dann wieder an gewohnter Stelle stattfinden können. An diesem Donnerstag ist also die letzte der Ausbildungstouren auf der "Alexander von Humboldt II" zu Ende gegangen.

Autoren

  • Leonard Steinbeck
  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 25. Februar 2021, 13:15 Uhr