Freiwillige für Ehrenamts-Quickie gesucht

Mal Suppe an Bedürftige verteilen oder Rentnern das Rad putzen – schnell und unverbindlich. Darum geht es bei der Aktion "Serve the city", die Bremen in Deutschland groß gemacht hat. Heute startet die Aktionswoche mit einem ersten Treffen.

Ein mittelloser Mann erhält in der Innenstadt von Bremen einen Teller Erbsensuppe.
Bild: DPA | Ingo Wagner
Woher kommt die Aktion?
Die Idee stammt aus Brüssel. "Serve The City" heißt so viel wie "diene deiner Stadt" – tue was Gutes für sie. Herübergeschwappt ist sie nach Deutschland 2010, und zwar direkt nach Bremen. Seit 2011 wird hier einmal jährlich kurzfristig ehrenamtlich geholfen. Bremen war dabei sogar Vorreiter, von hier aus verbreitete sich die Aktion weiter nach Berlin, Karlsruhe, Hannover und Dresden. International gibt es inzwischen über 100 Städte, die "Serve The City" anbieten.
Worum geht es dabei genau?
Es geht um ehrenamtliches Kurzzeit-Engagement und darum, das Wir-Gefühl zu stärken. Ursprung ist der Gedanke: Wir brauchen mal soziale Kurzzeitprojekte, um etwas sichtbar zu verbessern, um Menschen zusammen zu bringen. Und um Leuten etwas anbieten zu können, die nicht so viel Zeit haben. Denn Hemmschwelle bei sozialem Engagement sei oft, die Angst sich langfristig zu verpflichten, sagt Tobias Ennulat vom Organisationsteam von "Serve The City Bremen". So gehen die Aktionen nur wenige Stunden, die Teilnehmer verpflichten sich für nichts – und trotzdem schaffen sie etwas Gutes in der kurzen Zeit. In Bremen haben sich seit Bestehen insgesamt schon über 900 Menschen an 450 Aktionen beteiligt. "Jedes Mal lernt man neue Menschen kennen. Und durch das gemeinsame Tun sind Beziehungen entstanden, auch Geflüchtete haben so Kontakt zu Bremerinnen und Bremern geknüpft", so Ennulat weiter.

Durch das gemeinsame Tun sind Beziehungen entstanden.

Tobias Ennulat, Mitorganisator von "Serve the city" in Bremen
Tobias Ennulat
Tobias Ennulat engagiert sich für "Serve The City". Bild: Serve the City e.V.
Was für Aktionen sind das?
Das kann alles Mögliche sein, Hauptsache es dient dem Allgemeinwohl. Vereine und Initiativen können Projekte vorschlagen und Freiwillige sich dann zum Helfen eintragen. In diesem Jahr sind so insgesamt 25 Aktionen entstanden. Das reicht von Suppe verteilen bei den Bremer Suppenengeln über Probearbeiten bei der Bremer Tafel bis zum Aushelfen im Umsonstladen in der Bremer Neustadt. Im Gemeindezentrum in der Vahr dürfen sich in dieser Woche Alleinerziehende mal entspannen, dafür werden Leute gesucht, die währenddessen die Kinder betreuen. Es können Stolpersteine in Schwachhausen und Walle geputzt werden, Fahrräder für Senioren repariert, Beete neu anlegt und Wände gestrichen werden. Oder man verbringt einfach Zeit mit Kindern, Senioren oder Flüchtlingen. Jedes Angebot ist mit einer Altersempfehlung versehen, so dass für Menschen jeden Alters etwas dabei ist. Bisher laufen die Anmeldungen in diesem Jahr allerdings schleppender als in den Jahren zuvor, sagt Mit-Organisator Ennulat. Wer will, kann sich also bei vielen Aktionen auch noch ganz kurzfristig beteiligen.
Wie kann ich da mitmachen?
Aufgelistet sind alle Angebote im Netz unter servethecity-bremen.de. Wer mitmachen möchte, muss sich dort kurz per Mail registrieren, kann sich dann ein Projekt oder mehrere aussuchen und viele Leute kennen lernen.
  • Katharina Guleikoff

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. April 2018, 13:20 Uhr