5 Maßnahmen gegen Corona-Ausbreitung in ärmeren Stadtteilen Bremens

Der Senat will besonders von Corona betroffenen Stadtteilen wie Gröpelingen oder Tenever Hilfe zukommen lassen. Unter anderem sollen mehr Streetworker eingesetzt werden.

Video vom 8. Dezember 2020
Eine Hand hält einen Stempel mit Soforthilfeaufdruck, dahinter Euronoten (Symbolbild)
Bild: DPA | Zoonar/Wolfgang Filser
Bild: DPA | Zoonar/Wolfgang Filser

Mit einem Aktionspaket will der Bremer Senat die besonders von Corona-Infektionen betroffenen Stadtteile unterstützen. Das hat er unter dem Titel "Unterstützungsleistungen im Quartier" beschlossen. Die aktuelle Corona-Welle habe gezeigt, dass die Menschen in ärmeren Stadtteilen in Bremen besonders von der Pandemie betroffen seien, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Dazu zählen beispielsweise Gröpelingen, Huchting und Osterholz-Tenever. Insgesamt sind für die Vorhaben etwa 20 zusätzliche Stellen geplant, die Gesamtkosten von knapp 1,2 Millionen Euro sollen aus dem Bremen-Fonds bezahlt werden. Einige Maßnahmen im Überblick:

1 Mehr Sozialarbeiter in Corona-Hotspots

Der Senat will die sogenannte niedrigschwellige Straßensozialarbeit ausbauen. Diese richtet sich vor allem an Jugendliche und Erwachsene, die auch wegen der aktuell geltenden Corona-Regeln bisher nur unzureichend erreicht werden, weil sie sich beispielsweise nicht an sonst üblichen Treffpunkten aufhalten können. Streetworker sollen die Menschen in den Stadtteilen direkt ansprechen und über die Corona-Regeln informieren.

2 Ansprechpartner in den Quartieren schulen

Für Menschen, die in ihren Communities oder in Stadtteileinrichtungen Ansprechpartner für andere sind, will der Senat Kommunikations-Schulungen anbieten. Sie sollen "mit kurzen digitalen Qualifizierungseinheiten" in die Lage versetzt werden, in ihrem Umfeld Aufklärungsarbeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu leisten. "Multiplikatoren haben für die Kommunikation in diversen Communities in Stadtteilen und Quartieren ein enormes Potential. Dieses Potential nutzen wir jetzt, um aufklärende Informationen in den Quartieren zu transportieren", so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke).

3 Zehn neue Gesundheitslotsen

Um den Bedarf an sozialmedizinischer Arbeit zu decken und die Gesundheitskompetenz in den Stadtteilen zu fördern, plant der Senat befristet mindestens zehn Gesundheitslotsen einzusetzen. Vorbild dafür seien die Gesundheitsfachkräfte an Bremer Grundschulen, die den Schülerinnen und Schülern sowie deren Familien Gesundheitsthemen näher bringen.

4 Sprach- und Kulturvermittlerinnen verstärkt einsetzen

Im Zusammenhang mit den staatlichen Maßnahmen gibt es laut Senat einen hohen Beratungsbedarf in den Quartieren, insbesondere mehrsprachige Beratung und Kulturvermittlung im Gesundheitsbereich. Um diesem Bedarf zu begegnen, sollen kurzfristig "erfahrene Sprach- und Kulturvermittler" eingesetzt werden, so die Mitteilung des Senats.

5 Bessere Erreichbarkeit bei Corona-Fragen

Der Senat will die Erreichbarkeit des Bürgertelefons (-115) verbessern. Hier hatte es in der Vergangenheit wiederholt Probleme für Bürgerinnen und Bürger gegeben, einen geeigneten Ansprechpartner für ihre Fragen rund um das Coronavirus zu bekommen. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Bremen soll das Corona-Telefon in Abstimmung mit dem Krisenstab neu organisiert werden, teilt der Senat mit. Zudem habe man ein umfangreiches Informationsportal für alle Fragen zum Thema Bildung eingerichtet. Auf der zentralen Website informiert der Senat in verschiedenen Sprachen, darunter Arabisch, Spanisch und Türkisch, über das Corona-Virus.

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Zwei Frauen gehen eine Straße entlang, man sieht sie von hinten.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Greta Block Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. Dezember 2020, 17 Uhr