Bremer Airbus-Mitarbeiter können ihre Jobs behalten

  • IG Metall und Konzern einigen sich auf Kündigungsverzicht bis 2023
  • Noch im Juli hatte Airbus den Abbau von 15.000 Stellen verkündet
  • Unternehmen will Stunden reduzieren anstatt Menschen zu entlassen
Ein Mann arbeitet in einer Halle an einem Flugzeug-Flügel
Auch in Bremen können rund 2.500 Airbus-Mitarbeiter aufatmen: Ihre Jobs sind bis 2023 gesichert. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Airbus in Deutschland bis Ende 2023 vom Tisch. Darauf haben sich die IG Metall und Betriebsrat mit dem Unternehmen geeinigt. Vorausgegangen war ein "monatelanger Verhandlungsmarathon", so der Bezirksleiter der IG Metall Küste Daniel Friedrich. Anstatt Personal zu entlassen, werde der Konzern auf freiwillige Ausscheidungen, Kurzarbeit und Arbeitszeitabsenkungen setzen. "Im Fall der Fälle reduzieren wir Stunden, statt Menschen zu entlassen", fasst Friedrich zusammen.

Auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats Holger Junge zeigte sich erleichtert. Ohne die Unterstützung aus der Belegschaft sei dieser Verhandlungsabschluss nicht möglich gewesen. Angebote zum freiwilligen Ausscheiden seien so gut angenommen worden, dass es gelungen sei, "die größte Krise in der Geschichte des Unternehmens ohne Entlassungen zu überwinden", so Junge. Zugleich dankte er der Bundesregierung: "Die Verlängerung der Kurzarbeit und die enormen Mittel für Forschung und Entwicklung tragen massiv dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern."

Produktion wegen Corona massiv gedrosselt

Wegen der Reisebeschränkungen und dem Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hatte der europäische Flugzeughersteller seine Produktion um 40 Prozent drosseln müssen. Im vergangenen Juli hatte das Unternehmen angekündigt, weltweit 15.000 Stellen abzubauen – davon 5.100 der 50.000 Stellen in Deutschland.

Davon wären die meisten auf Norddeutschland entfallen, vor allem auf das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder mit seinen rund 15.000 Beschäftigten. In den vergangenen Wochen haben nach Angaben der IG Metall bereits mehr als 1.000 Beschäftigte in Finkenwerder, aber auch in Stade, Bremen und Buxtehude ein Angebot zum freiwilligen Verlassen der Firma angenommen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. März 2021, 19:30 Uhr