Anwohner protestieren gegen neues AfD-Büro

  • Rund 70 Bremer haben gegen das neue AfD-Büro demonstriert
  • Sie sehen darin eine Provokation
  • Die Umgebung ist multikulturell, in der Nähe ist eine Moschee
Eine Menschenmenge steht in einer Straße vor einem Bürofenster, ein Mann spricht in ein Megafon.
Viele Anwohner der Falkenstraße wollen kein AfD-Büro in ihrer Nachbarschaft.

Rund 70 Anwohner der Falkenstraße in der Bremer Bahnhofsvorstadt haben dagegen demonstriert, dass die AfD ein Büro in ihrer Nachbarschaft nutzen will. Die Menschen sehen darin eine Provokation. Zwei Häuser weiter hat eine Moschee ihre Gebetsräume, zudem gibt es dort zwei Afroshops.

Die Anwohner kämen aus vielen verschiedenen Ländern, sagte Ladeninhaber David Knoll zu buten un binnen. "Aus Afghanistan, Syrien, der Türkei und aus Afrika." Die AfD passe einfach nicht in die Umgebung.

Die Straße ist so bunt gemischt. Die Menschen arbeiten hier, leben hier. Eine solche Partei mit politischen Ansichten am rechten Rand hat hier absolut nichts verloren.

David Knoll, Ladeninhaber

Genauso sehen es auch andere Geschäftsbetreiber in der Bremer Falkenstraße, sie haben Schilder in ihre Schaufenster gehängt mit der Aufschrift: "AfD in der Falkenstraße – nein Danke". "Die bringen halt ein bisschen Unruhe", so Gastronom Muhammes Ousta. Viele Selbständige sorgten sich um ihre Läden. "Die Straße ist wirklich multikulti, man hätte sich eigentlich ein anderes Büro suchen müssen irgendwo in Bremen."

AfD will Räume nur zeitweise nutzen

Doch die Suche nach einem Parteibüro ist für die Bemer AfD offenbar schwierig. Seit gut einem Jahr hat die Partei keine feste Zentrale. Die Räume in der Falkenstraße haben sie nach Angaben des Landesvorsitzenden Frank Magnitz über persönliche Verbindungen bekommen. Das Büro wolle die AfD laut Magnitz aber nicht als dauerhaften Parteisitz nutzen, sondern zeitweise, für Einzelveranstaltungen.

Proteste gegen AfD-Büro in der Bahnhofsvorstadt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17.06.2017, 19.30 Uhr